Nach fünf Jahren: Ruhrtal-Radweg ist wieder passierbar

Felshänge gesichert

Der Ruhrtal-Radweg ist der zweitbeliebteste Fernradweg in ganz Deutschland. Blöd nur, dass ausgerechnet in Dortmund lange Zeit eine Lücke klaffte. Doch damit ist jetzt Schluss.

SYBURG

, 30.03.2017, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach fünf Jahren: Ruhrtal-Radweg ist wieder passierbar

Der Ruhrtalradweg wurde am Donnerstag freigegeben.

Ganz war der Ärger noch nicht vergessen. „Danke“, aber auch „endlich“ und „2012-17“ prangte auf dem Transparent der Initiative Bathey Aktiv am Ruhrufer. Verziert mit einer Schnecke. Ein Symbol für die fünf Jahre dauernde Sperrung des Ruhrtal-Radwegs entlang des Hengsteysees. Am Donnerstag gab Oberbürgermeister Ullrich Sierau den Weg wieder frei.

„Die Sperrung war im wahren Wortsinn ein Einschlag für den Radtourismus“, stellte Sierau ohne Umschweife fest. Jetzt hoffe man, endlich Ruhe zu haben. Auch Axel Biermann, Geschäftsführer der Ruhr-Tourismus GmbH sprach von einem großen Problem, das nun beseitigt sei.  

Fangnetze zieren den Ruhrtal-Hang

Wie es beseitigt wurde, ist nicht zu übersehen. Denn große Fangnetze zieren jetzt den Ruhrtal-Hang an der Lennemündung im Dreieck zwischen Schwerte, Dortmund und Hagen. Sie sollen Steinschlag verhindern. Vor Jahren hatten sich mehrfach Felsstücke von den bis zu 40 Meter hohen Ruhrhängen direkt am Rande des Weges gelöst. Glücklicherweise ohne jemanden zu verletzen. Doch auf dieses Glück konnte und wollte die Stadt nicht länger vertrauen und ließ den Weg sperren. Das war 2012. 

Dass die Sperrung dann fünf Jahre währte, hatte gleich mehrere Gründe. Die wichtigsten: Die Stadt musste Rücksicht auf die Naturschutz-Vorgaben für die Hänge nehmen und sich mit der Bahn über die Form der Sanierung einigen. Denn die Gleise der vielbefahrenen Bahnstrecke zwischen Hagen und Schwerte verlaufen unmittelbar unterhalb des Hangs. Grundlage war ein der Verwaltung nicht mehr bewusster Gestattungsvertrag von 1930 und 1958, der die Stadt zur Sicherung der Hänge verpflichtete. 

Wäre es nach der Bahn gegangen, hätte eine Bretterwand entlang der Böschung ausreichen sollen. Die Stadt plädierte dagegen für eine dauerhaftere Lösung. Die wurde dann nach umfangreichen geologischen und ökologischen Untersuchungen - bis hin zu „Steinschlag-Simulationsberechnungen“ - zwischen Oktober letzten Jahres und März dieses Jahres mit viel Aufwand umgesetzt.

Material wurde per Hubschrauber eingeflogen

Auf einer Länge von 525 Metern wurden 380 Anker gesetzt, die mehrere Meter in den Fels hineinführen. Ein Teil des Abhangs ist mit Stahlnetzen gesichert, an einigen Stellen wurden bis zu vier Meter hohe Schutzzäune gegen Steinschlag gesetzt. Das Material dafür wurde Ende Februar teilweise per Hubschrauber eingeflogen.

Das alles hat seinen Preis: 462.000 Euro betragen die Gesamtkosten der Sicherungsmaßnahmen. Die Bahn übernimmt davon 27.000 Euro - so viel wie der von ihr geforderte Bretterzaun gekostet hätte.

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