Nach IT-Ausfall an Uniklinik Düsseldorf: Weiterhin keine Rettungswagen

Krankenhaus

Seit Donnerstag ist das Computersystem am Klinikum in Düsseldorf ausgefallen. Auch am vierten Tag läuft immer noch nur der Notbetrieb am siebtgrößten Krankenhaus in NRW.

Düsseldorf

13.09.2020, 15:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Am Düsseldorfer Uniklinikum befindet sich das Computer- und Informationssystem seit Donnerstag in einem Notbetrieb.

Am Düsseldorfer Uniklinikum befindet sich das Computer- und Informationssystem seit Donnerstag in einem Notbetrieb. © picture alliance/dpa

Der Ausfall des IT-Systems am Düsseldorfer Uniklinikum (UKD) konnte am Wochenende zunächst nicht behoben werden. „Wir sind vom normalen Betrieb und auch von der Notfallversorgung weiterhin abgemeldet“, sagte Klinikumssprecher Tobias Pott am Sonntag auf Anfrage. Der Rat an alle Behandlungsbedürftigen laute: „Macht einen Bogen ums UKD!“ Einzelne dringliche Operationen von bereits aufgenommenen Patienten fänden zwar statt, Rettungswagen führen die Uniklinik aber weiterhin nicht an.

Cybercrime-Ermittler gehen Hinweisen nach, dass die Klinik-IT von Hackern angegriffen worden sein könnte. Die Hinweise auf einen kriminellen Hintergrund hätten sich verdichtet, hatten sie am Freitag mitgeteilt. Das IT-System des Universitätsklinikums war am Donnerstag gegen 3 Uhr nachts ausgefallen. Lediglich die Telefonanlage sei inzwischen wieder in Betrieb. Patienten werden weiterhin gebeten, das Universitätsklinikum Düsseldorf nicht aufzusuchen - auch dann nicht, wenn ein Termin vereinbart worden sei.

Krankenhäuser gehören zur kritischen Infrastruktur

Am Universitätsklinikum Düsseldorf werden jährlich mehr als 50.000 Patienten stationär versorgt und etwa 300.000 Patienten im Jahr ambulant behandelt. Gemessen an der Bettenzahl ist es das siebtgrößte Klinikum in NRW. Große Krankenhäuser werden zur sogenannten kritischen Infrastruktur gezählt, die es besonders vor Cyber-Angriffen zu schützen gilt. Für sie gibt es branchenspezifische Sicherheitsstandards.

In Nordrhein-Westfalen waren das Lukaskrankenhaus im benachbarten Neuss und das Forschungszentrum Jülich sowie mehrere Unternehmen in der Vergangenheit Ziele von Hackerangriffen.

dpa

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