Nach Rauchverbot: Keine erhöhte Zechprellerei, aber Umsatz-Rückgang zu erkennen

Sechs Monate rauchfrei

Seit einem halben Jahr gilt das absolute Rauchverbot in den Kneipen in Nordrhein-Westfalen. Neben Umsatzeinbußen befürchteten viele Wirte auch vermehrt Zechprellerei. In Bochum bestätigte sich dieser Verdacht bislang allerdings noch nicht.

BOCHUM

von Von Andrea Wellerdiek

, 30.10.2013, 07:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach Rauchverbot: Keine erhöhte Zechprellerei, aber Umsatz-Rückgang zu erkennen

Den Gang in den Außenbereich müssen rauchende Kneipenbesucher seit einem halben Jahr in NRW in Kauf nehmen. Seit der Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes verzeichnen auch viele Gastronomen in Bochum einen Umsatz-Rückgang.

Generell verbleiben auch viele Besucher des Bermuda-Dreiecks für eine kürzere Zeit in den Restaurants und Bars. „Die Gaststätten sind viel früher leer. Das ist gerade in der Speisegastronomie zu sehen. Wo vor dem Rauchverbot noch viele Besucher nach dem Essen in den Raucherbereich gegangen sind, gehen jetzt viele Besucher direkt nach dem Essen nach Hause“, erklärt Steinbrecher. Seit einem halben Jahr gibt es auch keinen abgetrennten Raucherbereich mehr in den Gaststätten. „Seitdem ist es auch nicht so, dass wir vermehrt Nichtraucher oder Eltern mit Kindern in den Kneipen sehen“, sagt Steinbrecher über die Situation im Bermuda-Dreieck. Zusätzlich gehen viele Raucher seltener auf die Bochumer Ausgeh-Meile oder bleiben für einen kürzeren Zeitraum in den Gaststätten.

Um den damit verbundenen Umsatz-Rückgang zu stoppen, müssen die Gastronomen die Personalkosten drücken. Auch Steinbrecher denkt für sein Restaurant Mandragora an ein neues Konzept. So überlegt er, die Öffnungszeiten von 10 Uhr auf 17 Uhr zu verschieben, um an Personal zu sparen. Bis zu sechs Mitarbeiter seines 23-köpfigen Teams wären von der Maßnahme betroffen.„Ich denke auch darüber nach, einen Fernseher für Fußball-Übertragungen im Mandragora aufzuhängen. Eigentlich war ich immer dagegen. Aber ich muss überlegen, wie ich überlebe“, sagt Steinbrecher. Und damit ist er nicht allein. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga schätzt 25 bis 35 Betriebsaufgaben, die in Bochum auf das Nichtraucherschutzgesetz zurückzuführen sind. „Vielen dieser Kneipen ging es länger schon nicht gut, aber das Rauchverbot hat denen dann den Rest gegeben“, sagt Claus Altendorf von der Dehoga.