Nach Schließung der Geburtshilfe im Borkener Krankenhaus: Land sieht keine Versorgungslücke

rnKrankenhaus Borken

Die Konzentration der Geburtshilfe am Bocholter St.-Agnes-Hospital diene der langfristigen Stabilisierung der geburtshilflichen Situation im Kreis Borken, so die Landesregierung.

von Peter Berger und Hans-Georg Knapp

Borken

, 17.01.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit Blick auf die geplante Schließung der Geburtshilfe am Borkener Marienhospital Mitte 2022 sieht die Landesregierung keine Versorgungslücke. Dies geht aus der Antwort des Gesundheitsministeriums auf die Anfrage des Dülmener Landtagsabgeordneten André Stinka (SPD) hervor.

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Demnach kann jeder Krankenhausträger selbstständig über die Schließung eines Versorgungsangebotes entscheiden; allerdings müsse die Versorgung durch benachbarte Krankenhäuser gesichert bleiben, heißt es aus Düsseldorf.

Der Gemeinsame Bundesausschuss habe festgelegt, dass eine flächendeckende Versorgung in der Geburtshilfe als gefährdet einzustufen sei, falls die Fahrt zur nächstgelegenen Geburtshilfe mit dem Pkw länger als 40 Minuten dauere. Dies gelte für städtische und ländliche Regionen gleichermaßen.

Die Zusammenführung der geburtshilflichen Abteilungen des Borkener St.-Marien-Hospitals am Standort des Bocholter St.-Agnes-Hospitals diene der langfristigen Stabilisierung der geburtshilflichen Situation im Kreis Borken, stellt die Landesregierung fest.

Drei leistungsstarke geburtshilfliche Abteilungen

Der Kreis Borken werde weiterhin durch leistungsstarke geburtshilfliche Abteilungen in Bocholt, Ahaus und Gronau versorgt, die in deutlich weniger als 40 Minuten zu erreichen seien. Zusammen mit dem St.-Vincenz-Hospital Coesfeld, in dem auch die kleinsten Neugeborenen versorgt werden können, sei die Versorgung sichergestellt.

Wie es weiter heißt, treffe das Gutachten der Landesregierung bewusst keine Aussagen darüber, an welchen Stellen ein Krankenhaus Kapazitäten abbauen oder aufbauen sollte. Derart weitreichende Folgen ließen sich für eine tatsächliche Umsetzung nicht über ein Gutachten abschließend klären.

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