«Nachbarschaftsauto» bietet privates Carsharing an

Ein neues Online-Portal will privaten Autoverleih in der Nachbarschaft organisieren und damit kommerzielles Carsharing ergänzen. Vor allem für Menschen in ländlichen Regionen könnte das attraktiv sein.

Berlin (dpa)

01.03.2011, 15:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das neue System soll so funktionieren: Wer sein Auto verleihen möchte, stellt es auf der Plattform «nachbarschaftsauto.de» ins Internet und legt die Leihgebühr fest. Wer ein Auto leihen möchte, sichtet auf dem Portal das Angebot in seiner Nähe und schließt einen Vertrag mit dem Verleiher seiner Wahl.

Auch die Versicherungsfrage wird über das Portal geregelt, wie der «Nachbarschaftsauto»-Geschäftsführer Christian Kapteyn zum Servicestart am Dienstag (1. März) in Berlin erläuterte. Für 8,90 Euro pro Tag bei 500 Euro Eigenbeteiligung ist das verliehene Auto über einen professionellen Versicherer haftpflicht- und kaskoversichert. Die bestehende Versicherung des Autobesitzers und damit der Schadensfreiheitsrabatt sei nicht berührt, wenn es auf der Straße mal krachen sollte.

Ob der Verleiher wie gewerbliche Autovermieter eine Kaution verlangt, bleibt ihm selbst überlassen. Von den privaten Autoverleihern wollen die Betreiber der Plattform - laut eigenen Angaben Manager und Studenten der School of Design Thinking in Postdam - nach der Einführungsphase zwei, drei Euro Provision pro Leihtag nehmen.

Kapteyn setzt in der Konkurrenz mit gewerblichen Carsharing-Anbietern vor allem auf den Bequemlichkeitsfaktor. «Wir glauben, dass unser System funktioniert, weil idealerweise Autos in der Nachbarschaft zur Verfügung stehen.» Denn so manchen Leuten seien die Wege zu den Stationen der Carsharing-Firmen, vor allem in ländlichen Regionen, zu lang.

Aus Sicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) könnte sich dem «Nachbarschaftsauto» ein riesiges ungenutztes Potenzial für privates Carsharing öffnen. Ein solcher Service könne bei entsprechendem Zuspruch kommerzielles Carsharing gerade in ländlichen Regionen ergänzen», sagte VCD-Bundesgeschäftsführerin Kerstin Haarmann.

Nach Angaben Kapteyns haben sich in den bisherigen Testwochen etwa 120 Interessenten auf der Plattform angemeldet. Gut 50 Autos würden zum Ausleihen derzeit angeboten, u.a. in Berlin, Hannover, Dresden und Münster. Dass es zu sehr weiten Fahrten mit den geliehenen Autos kommt, haben die Plattform-Macher nicht im Sinn. «Maximal 300 Kilometer am Tag - wir wollen keine Langstreckenfahrten anbieten», sagte Kapteyn.

Online-Portal «nachbarschauftsauto»

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