Nachtfahrverbot für Lastwagen auf der B1 wird immer unrealistischer

rnVerkehrslärm

Dauerhaft Tempo 50 und ein Nachtfahrverbot für Lastwagen – diese Wünsche von Anwohnern der B1 scheinen keine großen Aussichten auf Erfüllung zu haben. Jetzt hat der Landesbetrieb Straßen NRW erklärt, wieso das Nachtfahrverbot nicht kommen wird.

Unna

, 26.07.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hoffnungen zahlreicher Anwohner auf ein dauerhaftes Nachtfahrverbot für Lastwagen auf der B1 schwinden: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek hat eine Antwort auf seine Anfrage beim Landesbetrieb Straßen NRW bekommen, die er nach Hinweisen von Anwohnern im Juni gestellt hatte. Die Aussage: Ein dauerhaftes Nachtfahrverbot für den Schwerlastverkehr sei nur mit der Abstufung der Bundesstraße zu einer Gemeindestraße zu erreichen – und das sei aufgrund der Bedeutung der Straße im gesamten Verkehrsnetz nicht möglich.

Um ein Schwerverkehr-Nachtfahrverbot aussprechen zu können, sei formal eine Teileinziehung der Straße notwendig, so der Landesbetrieb und verweist auf das Bundesfernstraßengesetz. Die sei nur möglich, wenn die Klassifizierung der Straße geändert würde, sie also in diesem Fall von einer Bundes-, zu einer Gemeindestraße herabgestuft würde.

Nachtfahrverbot würde wohl kaum eingehalten

Dies sei aus Sicht des Landesbetriebes nicht nur wegen „des Netzzusammenhangs“ nicht möglich: „Ferner dürfte ein Nachtfahrverbot für ortsfremde Schwerverkehr-Fahrer nicht nachvollziehbar sein. Der Befolgungsgrad würde entsprechend gering ausfallen.“ Anders ausgedrückt: An ein Nachtfahrverbot würde sich vermutlich ohnehin keiner halten.

56 Anwohner der B1 hatten Anfang Juni eine Unterschriftenliste an den Bürgermeister überreicht, in der sie ein dauerhaftes Tempolimit von 50 Stundenkilometern auf der B1 im Innenstadtbereich Unnas sowie das LKW-Nachtfahrverbot forderten – aus Lärmschutzgründen. Auf genau diesen Aspekt sei Straßen NRW in der Reaktion auf das Bürgerschreiben überhaupt nicht eingegangen, kritisiert Oliver Kaczmarek.

Kaczmarek: Antwort ist „unbefriedigend“

Straßen NRW hatte bereits der Stadt Unna mitgeteilt, dass Tempo 50 auf der B1 im Bereich zwischen Hertingerstraße und Kessebürener Weg nur so lange gelten dürfte, bis die drei Kreuzungen umgebaut seien. „Bei den Kreuzungen handelt es sich an zwei der kreuzenden Straßen um Unfallhäufungsstellen“, schreibt der Landesbetrieb auch in seinem Brief an Kaczmarek. Der Umbau dieser Kreuzungen, der die sogenannten „frei fließenden Rechtsabbiegespuren“ abschaffen soll, ist für 2019 geplant. Nach Umbau der Kreuzungen sei die Geschwindigkeitsbegrenzung „obsolet“, so Straßen NRW.

Kaczmarek hält die Antwort des Landesbetriebs für „unbefriedigend“ und will das Anliegen nach eigener Aussage weiterverfolgen.

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