Naturschützer jagen Wilderer

Mastbruch-Teich

Unbekannte haben 40 Zentimeter Wasser aus dem Mastbruch-Teich abgelassen und Bäume umgekippt. Naturschützer gehen von Wildererei aus - und haben sich jetzt auf die Suche nach den Wilderern begeben.

WESTERFILDE

, 09.10.2016, 16:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Naturschützer jagen Wilderer

Sie sind sauer: Andreas Mölls (v.l.), Jan Wagner, Eugen Krüger und Roland Glaus haben die gröbsten Schäden beseitigt und wollen die Wilderer vom Mastbruch-Teich finden.

Unbekannte hatten den Überlauf des Teiches geöffnet. Innerhalb weniger Stunden verlor das 1,4 Hektar große Gewässer rund 40 Zentimeter Wasser. Das war kein willkürlicher Anschlag von Vandalen, sondern ein wohlüberlegter Sabotage-Akt. Denn nach Absinken des Wasserspiegels legten die Täter nur noch ein paar Baumstämme in den Schlamm und schon konnten sie trockenen Fußes eine kleine Insel erreichen, von der aus sie ihre Angeln ungesehen auswerfen konnten. Barsche, Hechte, Forellen – darauf waren die Wilderer laut Fischereiberater Andreas Mölls aus.

Teich steht unter Naturschutz

Wilderer sind die Angler deshalb, weil der durch Bergsenkungen entstandenen Teich unter Naturschutz steht. Die Tat macht Andreas Mölls und seine Gleichgesinnten von der Unteren Fischreibehörde sehr betroffen. Denn der Mastbruch-Teich ist etwas ganz besonderes. „Einzigartig in Deutschland“, sagt Fischereiberater Eugen Krüger. Der Teich hat einen sauberen Wasserzufluss durch den Filde-Bach und einen dichten Uferbewuchs mit Erlen. Die durch die Wilderer mit ihrem improvisierten Steg kurzfristig für Füchse zugänglich gemachte Insel ist Brutinsel für seltene Vogelarten.

Ehrenamtliche beseitigen Schäden

Am Freitag trafen sich Eugen Krüger und Andreas Mölls mit Jan Wagner und Roland Glaus, allesamt in Vereinen organisierte Angler, am Mastbruchteich, um die Schäden zu beseitigen. Ehrenamtlich investierten sie ihren freien Freitagnachmittag, entfernten den „Steg“ und dichteten den Überlauf wieder ab.

Trotz des großen Wasserverlustes ist Andreas Mölls optimistisch, dass sich der Mastbruchteich bald wieder erholt: „Ein paar ordentliche Regenschauer und der Teich ist wieder voll.“

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