Naughton-Zwillinge begeisterten im Bochumer Musikforum

Klavierfestival Ruhr

Ein Zwillingspaar aus New York City hat für eine wunderbare Eröffnung des Klavierfestivals Ruhr im Bochumer Musikforum gesorgt: Christina und Michelle Naughton steckten mit einem überraschenden Programm die Bandbreite des diesjährigen Mottos "The Americas" ab.

BOCHUM

, 07.05.2017 / Lesedauer: 2 min
Naughton-Zwillinge begeisterten im Bochumer Musikforum

Christina (l. )und Michelle Naughton eröffneten das Festival.

Die Naughtons sind eineiige Zwillinge, und wenn sie zu Beginn an einem Flügel Platz nehmen und vierhändig Mozarts "Fünf Variationen über ein Andante in G-Dur" spielen, dann berührt das auch wegen des Familienbilds: Der junge Mozart hat selbst oft mit Schwester Nannerl am Hammerklavier musiziert.

Die Pianistinnen beeindrucken aber auch zutiefst durch ihre organische Verbundenheit, durch technische Versiertheit, erstaunlich zupackendes und geschwindes Spiel, das leicht klingen lässt, was anspruchsvoll und schwierig ist.

Minimal Music

Mit William Bolcoms lateinamerikanischen Tänzen "Recuerdos" und zwei Kompositionen des US-Amerikaners John Adams wagen sie sich weit jenseits die klassische Klavierliteratur: In "Hallelujah Junction für Two Pianos" verbindet Adams die gleichförmigen rhythmischen Patterns aus der Minimal Music mit der Freiheit des Jazz.

Die Naughtons spielen es mit großer Geste, unwiderstehlichem, hypnotischem Groove und brillanten, vibrierenden Läufen in den hohen Lagen.

Riesiger Applaus

Das Publikum fordert mit riesigem Applaus noch zwei Zugaben und bekommt Kleinode von Ravel ("Le jardin féerique") und Bach ("Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit").

Schade, dass viele Plätze im eigentlich ausverkauften Musikforum leer blieben, weil geladene Sponsoren fern blieben.