Nazis demonstrieren am 1. Mai in Lütgendortmund

Breiter Gegenprotest geplant

Rechtsextreme haben für den 1. Mai eine größere Demonstration in Lütgendortmund angemeldet. Seit geraumer Zeit versuchen Nazis, sich im Stadtbezirk auszubreiten. In Politik und Zivilgesellschaft laufen bereits die Planungen für den Gegenprotest. Die Nazi-Gegner hoffen auf Solidarität aus ganz Dortmund.

LÜTGENDORTMUND

, 03.03.2017, 14:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nazis demonstrieren am 1. Mai in Lütgendortmund

Die Nazi-Demonstration auf dem Kreisverkehr Speckestraße in Westerfilde.

Rechtsextremisten rufen am 1. Mai zu einer Demonstration in Lütgendortmund auf und sprechen dabei von einem „Arbeiterkampftag“, an dem „Volksverräter von DGB und Co“ die „Wut des Volkes“ abbekommen sollen. Die Demonstrations-Veranstalter kooperieren mit der verfassungsfeindlichen NPD, die zu einem Aufmarsch vormittags in Essen aufruft. Nachmittags wollen die Rechtsextremisten in Lütgendortmund demonstrieren.

Der „Runde Tisch gegen politischen Extremismus“ Lütgendortmund bereitet bereits Gegenprotest vor. Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp: „Die Braunen rufen bundesweit auf. Die Resonanz kann durchaus groß sein.“

Gegendemo auf dem Heinrich-Sondermann-Platz

Heiko Brankamp bittet die Dortmunder um Solidarität: „Das hier ist kein spezielles Lütgendortmunder Problem. Es geht ganz Dortmund an. Wir werden auf dem Heinrich-Sondermann-Platz demonstrieren.“ Der Bergmanns-Sohn Heinrich Sondermann war von 1969 bis 1973 Oberbürgermeister in Dortmund.

Der von Rechtsextremisten bedrohte und attackierte Heiko Brankamp geht davon aus, dass die Neonazis am 1. Mai von einer S-Bahn-Stadion aus ins Lütgendortmunder Zentrum ziehen. Eine Neonazi-Demonstration ist bei der Polizei bereits angemeldet worden.

Beschwerden über Nazis in Germania-Siedlung

Im Stadtbezirk Lütgendortmund wohnen mehrere vorbestrafte Neonazis. In der Germania-Siedlung in Marten gab es bereits Beschwerden über das Auftreten von Nazis, ebenfalls einen Polizeieinsatz.

Ein „Freundeskreis Rechts“ versucht, sich auszubreiten. Sein Auftreten erinnert an die verbotene „Skinheadfront Dorstfeld“. Gewalt-Symbole trägt die Gruppe in ihrem Logo. Das Netzwerk „Facebook“ duldet das Auftreten.

Solidarität für Lütgendortmund

Georg Deventer, Mitbegründer des „Dortmunder Manifests“ für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, sagte am Freitag auf Anfrage, dass jetzt über eine Strategie gesprochen werden müsse. „Die Frage ist: Demonstrieren wir und organisieren wir friedliche Blockaden oder lassen wir sie einfach laufen? Es fällt mir schwer, gar nichts zu machen.“ Wenn Lütgendortmund um Solidarität bitte, solle der Bezirk sie auch bekommen.