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Neue Heimat für ungeliebte Romane

Bücherbörse

Ein Paradies für Bücherwürmer – von Kinderbüchern bis hin zu echten bibliographischen Raritäten gab es am Samstag auf dem Boulevard zu bestaunen und natürlich auch zu kaufen. Darunter auch Bücher, von denen sich ihre Besitzer ganz bewusst trennen wollten.

BOCHUM

, 04.05.2015 / Lesedauer: 2 min
Neue Heimat für ungeliebte Romane

Manfred Ren verkaufte einen seltenen, alten Atlas.

Rund 50 Stände gab es dort am Samstag zu durchstöbern. Viele der Verkäufer boten Kinderbücher oder ausgemusterte Romane an. So wie auch Ursula Harber. Sie verkaufte am Samstag diejenigen Bücher, aus denen ihre Enkelin bereits seit einigen Jahren rausgewachsen ist.

„Gerade junge Eltern sind immer auf der Suche nach günstigen Büchern, die sie für ihre Kinder kaufen können“, berichtet die 64jährige. Sie ist schon zum dritten Mal bei der Bücherbörse dabei – denn es finden sich im Keller immer wieder neue Exemplare, die keiner mehr liest.

Andere Verkäufer nutzten das gute Wetter, um all diejenigen Romane loszuwerden, die ihnen keinen Freude bereitet haben. In der Hoffnung, dass einer der zahlreichen Passanten dem Geschriebenen mehr Beachtung schenkt, als sie selbst.

Alte Bibeln

Einen ganz besonderen Stand betrieb am Samstag Manfred Ren. Er verkaufte seine gesammelten Werke – teilweise mit echten Seltenheitswert. Eine Bibel von 1810, die ihn selbst viele Jahre lang fasziniert hat. „Der Zustand ist nicht mehr so gut, aber Bibeln waren ja Gebrauchsgegenstände, die auch durch viele Generationen gegangen sind“, so Ren. 

Er selbst hat über die Jahre viele Bücher gesammelt – jetzt wird es für ihn Zeit, seine Sammlung abzubauen. „Die Wohnung platzt sonst aus allen Nähten“, erzählt er. Dass er sich jetzt von einigen Stücken trennen muss, fällt ihm angesichts des Wertes, den viele seiner Bücher haben, nicht schwer: „Ich weiß nicht immer so genau, wie viel die Bücher wert sind – mir ist es wichtig, dass für beide Parteien ein fairer Preis zustande kommt“, so Ren.

Einige seiner Stücke bringen es aber durchaus auf Preise zwischen zwei- und dreihundert Euro. „Natürlich muss es ein echter Sammler sein, der bereit ist, einen solchen Preis zu zahlen“, weiß Ren.