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Neue Stahlskulptur von Richard Serra in der Silvesterkapelle

Ewigkeit in Ruinen

Der amerikanische Bildhauer Richard Serra ist in Bochum kein Unbekannter. Wohl jeder ist schon einmal an seiner Skulptur „Terminal“ am Hauptbahnhof entlang gelaufen – wenn manch einer sie vielleicht auch nicht bewusst als Kunst begreift. Mit seiner zweiteiligen Skulptur O.I.C. in der Ruine der Silvesterkapelle im Schlosspark darf sich Bochum nun mit einem weiteren Werk Serras schmücken.

BOCHUM

von Von Tim Stobbe

, 12.11.2012 / Lesedauer: 3 min

Richard Serras Terminal am Hauptbahnhof dürfte weitestgehend bekannt sein. Doch Bochum hat inzwischen eine Vielzahl seiner Werke zu bieten. Allein rund um die Situation Kunst im Schlosspark Weitmar finden sich mit der neuen Skulptur O.I.C. nun vier Werke des Amerikaners. Hinzu kommt die raumfüllende Skulptur Circuit im Kubus, in der der Betrachter bei der Begehung zum Teil des Werks wird. Der Künstler selbst steht dem Ruhrgebiet nahe, viele seiner Arbeiten sind hier geschmiedet worden. Und auch sein Material – der Stahl – zeugt von einer einleuchtenden Verbindung.

Als Dauerleihgabe soll sie in der Ruine der Silvesterkapelle verbleiben – nahe ihres Entstehungsortes, der Henrichshütte Hattingen. An ihrem neuen Standort, umringt von drei restaurierten Natursteinmauern und unter freiem Himmel, wirkt die eigentliche Innenraumskulptur auf den ersten Blick wie ein Fremdkörper. Massiver Stahl, modern, kantig, inmitten der Ruine, die bereits im 14. Jahrhundert das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Die Vergänglichkeit der Ruine und die scheinbare Ewigkeit des Stahls wirken gegensätzlich. Doch der Rostüberzug deutet bereits die Scheinbarkeit der Ewigkeit an. Auch die Tiefe der Skulptur selbst eröffnet sich erst auf den zweiten Blick. Unterschiedlich positioniert – ein Quader horizontal, der andere vertikal aufgestellt – suggerieren sie dem Betrachter, unterschiedlich geformt zu sein. Doch sie sind vollkommen identisch. Ihr Name, O.I.C., quasi ein Akronym für „Oh, I see“, zu deutsch: „Oh, ich sehe“ oder aber „Oh, ich verstehe“, ist somit ein sprechender Name.

Denn erst nach Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk eröffnet sich seine gesamte Bandbreite. Wieder einmal beweist O.I.C. aber auch, dass Serra ein streitbarer Künstler ist. Die Betrachterfrage: „Ist das Kunst oder kann das weg?“, ist auch bei dieser Skulptur leicht vorstellbar. Doch spricht gerade dies für den Künstler und sein Werk. Sie fördert und fordert die kritische Auseinandersetzung mit der Kunst. Auf den zweiten Blick zeigt sich selbst im kalten Stahl inmitten der Ruine die Parallele zum Leben. Zu Tod und Vergänglichkeit. Und auch zum Menschen, wie Alexander von Berswordt von der Situation Kunst meint: „Wir Menschen sind wie auch die beiden Stahlblöcke im Grunde identisch. Ihre Positionierung und die Perspektive auf sie zeigt erst die Unterschiede. Wir sind gleich und doch verschieden.“ Sofern man sich damit auseinander setzt.

Richard Serras Terminal am Hauptbahnhof dürfte weitestgehend bekannt sein. Doch Bochum hat inzwischen eine Vielzahl seiner Werke zu bieten. Allein rund um die Situation Kunst im Schlosspark Weitmar finden sich mit der neuen Skulptur O.I.C. nun vier Werke des Amerikaners. Hinzu kommt die raumfüllende Skulptur Circuit im Kubus, in der der Betrachter bei der Begehung zum Teil des Werks wird. Der Künstler selbst steht dem Ruhrgebiet nahe, viele seiner Arbeiten sind hier geschmiedet worden. Und auch sein Material – der Stahl – zeugt von einer einleuchtenden Verbindung.