Neue Stars fürs Dortmunder Opernhaus

Mikail Vekua und Wen Wei Zhang

DORTMUND. Auf der Bühne der Metropolitan Opera (MET) in New York steht bald auch Tenor Mikhail Vekua. Im März 2012 wird er dort in einer Mussorgski-Oper gastieren. Ein aufgehender Stern am Opernhimmel also. Mit dessen Verpflichtung dürfte der neue Dortmunder Opernintendant Jens-Daniel Herzog einen guten Griff getan haben.

von Von Julia Gaß

, 28.09.2011, 17:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wen Wei Zhang (l.) und Mikhail Vekua sind die neuen Stars des Dortmunder Opernhauses.

Wen Wei Zhang (l.) und Mikhail Vekua sind die neuen Stars des Dortmunder Opernhauses.

In Dortmund singt Vekua ab Sonntag (2.10.) den Erik in Wagners "Fliegendem Holländer", Herzogs mit Spannung erwarteter Eröffnungsinszenierung.

Der tolle Tenor ist nicht der einzige Sänger, den das Publikum bei der Saisoneröffnungs-Gala frenetisch gefeiert hat. Auch Bassist Wen Wei Zhang, der den Daland singt, hatte in seiner Heimat China schon ein Millionenpublikum. Und die Senta, Christiane Kohl, hat im Bayreuther Ring Woglinde und Waldvogel sowie in einer Gala im Konzerthaus Dortmund gesungen.

Vekua spricht Englisch, ist ein spontaner, herzlicher, freudiger Mensch. Mit i-Pad und Übersetzungsprogramm sitzt Wen Wei Zhang neben ihm, versteht Deutsch, spricht aber lieber Französisch. "Ich freue mich, dass ich in Dortmund Deutsch sprechen lernen und Wagner singen darf", liest er ab.

Deutsch lernen

"Unsere Sprache ist die Musik", sagt Vekua, "aber wenn wir uns nächstes Jahr wieder treffen, sprechen wir Deutsch miteinander. Ich wollte nach Deutschland, weil ich deutsches Repertoire und deutsche Aussprache lernen will", sagt Vekua. Auf dem Weg nach Deutschland haben Herzog und sein Berater Udo Gefe ihn geschickt abgefangen.In Moskau  gefeierter Verdi-Tenor

"Deine Stimme ist großartig, aber Du musst Deutsch lernen', hat Kent Nagano mir gesagt, als ich in seiner Walküre in Moskau den Siegmund gesungen habe", erzählt der Sänger, der in Moskau ein gefeierte Verdi-Tenor ist. 2013 wird er in Barcelona den Mime singen.

Für Zhang, der auch schon in Paris gesungen hat, ist der "Fliegende Holländer" seine erste deutsche Oper. "Deutsches Repertoire kann ich in Dortmund besser einstudieren als in Berlin oder München", sagt der 32-Jährige mit der gewaltigen Stimme und dem markanten Timbre."Das Publikum in Dortmund ist leidenschaftlich"

"Das Publikum in Dortmund ist leidenschaftlich. Ich fühle mich hier schon ganz Zuhause", freut sich Vekua: "Für mich ist wichtig, dass das Publikum liebt, was wir machen." Temperamentvoll ist der Tenor, hüpft mitten im Gespräch auf, kniet auf dem Boden: "Früher standen Sänger nur an der Rampe. Heute sind wir Schauspieler. Aber mit Jens-Daniel Herzog ist die Arbeit sehr leicht. Sie kommt von Herzen, man versteht, was er will. Er ist ein perfekter, sehr aktiver Regisseur."

"Das Orchester ist fantastisch", schwärmt der Tenor mit der Pavarotti-Stimme. "Es hat eine gute Dynamik, spielt leidenschaftlich. Und der Dirigent Jac van Steen, ist sehr gut", fügt Bassist Zhang hinzu. Auch in der "Norma" und "Bohème" singen beide in Dortmund zusammen. Und zwischendurch singt Mikhail Vekua an der MET.

Karten: Tel. (0231) 502 72 22

 Youtube-Video: Mikhail Vekua singt "Winterstürme wichen dem Wonnemond"  

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