Neue Straße zur Dorfentlastung im Unnaer Osten wäre „Irrsinn“

rnCDU-Kritik an Ortsvorsteher-Vorschlag

Die Kritik an der Idee, durch den Ausbau einer neuen Kreisstraße die Verkehrsbelastung in den Ostdörfern zu verringern, wird lauter. Ein CDU-Ratsherr bezeichnet den Vorschlag der Ortsvorsteher von Mühlhausen und Lünern als „Irrsinn“. Dabei ist er selbst von den Verkehrsproblemen betroffen.

Lünern/Mühlhausen

, 03.08.2018, 13:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwischen der Nordlünerner und der Heerener Straße soll ein Wirtschaftsweg zu einer Kreisstraße ausgebaut werden. Sie soll Verkehr aufnehmen, der bisher die bebauten Abschnitte der beiden Straßen in Lünern und Mühlhausen stark belastet. Eine entsprechende Planung soll der Bürgermeister beim Kreis Unna veranlassen, so beantragen es Anja Kolar und Dietmar Griese (beide SPD), die Ortsvorsteher der beiden Dörfer. Da das Projekt das Naturschutzgebiet berührt, haben sich die Grünen auf Stadt- und Kreisebene bereits dagegen ausgesprochen. Das dürfte nicht verwundern, zumal die Grünen in der Regel gegen Straßenausbau und für Naturschutz sind. Einen konservativen Ratsherrn, der zudem an einer Straße lebt, die durch das Projekt entlastet werden soll, würde man eher bei den Befürwortern vermuten. Aber auch aus dieser Richtung kommt deutliche Kritik: Die Maßnahme wäre „völlig überzogen“, sagt Werner Clodt (CDU). Sein Hof ist am nördlichen Abschnitt der Nordlünerner Straße, die die Ortsvorsteher durch ihr Projekt vom Verkehr entlasten wollen. Aber der Plan der beiden Ortsvorsteher, die auch an den Straßen wohnen, sei „irrsinnig“, so Clodt.

„Dieser Wirtschaftsweg ist ein wunderbarer Rad- und Fußweg, der die Natur in der Mühlhauser Mark durchquert“, so Clodt. Das Gebiet sei ein Eldorado für Singvögel, die in den Gehölzen ihre Nistplätze haben. Zu beiden Seiten des Weges hätten auch Insekten ihren Lebensraum. „Dieses zu zerschneiden, bedroht besonders das Naherholungsgebiet mit seiner Vielfalt.“

Mehr Kontrollen und am besten ein „Masterplan“

Clodt spricht sich wie vorherige Kritiker dafür aus, dass das Verkehrsaufkommen an beiden Straßen dauerhaft kontrolliert wird. Die geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen und Durchfahrtverbote würden oft nicht eingehalten. Die Polizei hatte in dieser Sache gegenüber unserer Zeitung schon auf verschiedene Umstände hingewiesen, die Kontrollen schwierig machten: Personalmangel, zu enge Straßen, aber auch mangelnde Beschilderung, die von der Stadt nachgebessert werden muss.

Die Verkehrssituation in und um Unna lasse seit Jahren zu wünschen übrig, meint Ratsherr Clodt. Verkehrsströme von der B1 durch die Ostdörfer zu leiten, ergebe keinen Sinn. Vielmehr sei ein „Masterplan von Fachleuten“ nötig.

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