Neue Unterkunft am Nordbad ist so gut wie fertig

Platz für 450 Bochumer Flüchtlinge

Die Bauarbeiten sind so gut wie abgeschlossen, nur noch ein paar Feinschliffe fehlen am Nordbad. Hier, auf dem Rosenberg, werden dann in den kommenden Tagen und Wochen die ersten Flüchtlinge ihre neue Unterkunft beziehen.

BOCHUM

, 14.09.2016, 21:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Nordbad im Rosenberg hat die Stadt eine neue Flüchtlingsunterkunft in Modulbauweise errichten lassen. Kostenpunkt: 11 Millionen Euro. 450 Menschen finden hier Platz.

Am Nordbad im Rosenberg hat die Stadt eine neue Flüchtlingsunterkunft in Modulbauweise errichten lassen. Kostenpunkt: 11 Millionen Euro. 450 Menschen finden hier Platz.

Keine Turnhalle, keine Leichtbauhalle, sondern kleine in sich geschlossene Appartements mit bis zu fünf Schlafplätzen und separater Wohnküche. Alles untergebracht in fünf jeweils zweistöckigen Gebäuden á zehn Wohnungen pro Etage – plus Sanitäreinrichtungen.

11 Millionen Euro

Am Mittwoch stellten Vertreter der Stadt um Flüchtlingskoordinator Michael Townsend und Stadtbaurat Markus Bradtke die Details zur neuen Unterkunft für bis zu 450 Menschen vor. "Wir kommen hiermit den Bedürfnissen der geflüchteten Menschen entgegen", sagte Townsend. Denn anders als in den Leichtbauhallen in Wattenscheid und Laer oder den mittlerweile leergezogenen Turnhallen gebe es hier ein Plus an Privatsphäre.

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11 Millionen Euro exklusive Möbel hat die Stadt investiert. Von den ersten Arbeiten bis zur Fertigstellung hat es rund sechs Monate gedauert. Dass es so zügig geklappt hat, ist für Stadtbaurat Bradtke "keine Selbstverständlichkeit". Sein Dank richtete sich auch an die Vertreter des niederländischen Unternehmens "De Meeuw", das die Modul-Bauten für die neue Einrichtung zur Verfügung gestellt hat. Die in sich abgeschlossenen Einzelteile können anderweitig verwendet werden, sollten irgendwann alle Bochumer Flüchtlinge in reguläre Wohnungen untergebracht werden. Dass solch ein Szenario in naher Zukunft eintritt, hält Townsend aber für unwahrscheinlich. 5000 Flüchtlinge leben derzeit in Bochum, 2000 von ihnen sind in Wohnungen untergebracht. "Die Einrichtung hier wird auf absehbare Zeit belegt sein", sagte er am Mittwoch. 

Immerhin: seit Ende April sind Bochum keine weiteren Flüchtlinge zugewiesen worden, wodurch sich die Lage hinsichtlich der Unterbringung deutlich entspannt hat.

Kein Luxus

Die neue Unterkunft "ist kein Luxus, aber besser als das, was die Menschen vorher hatten", erklärte Stadtbaurat Bradtke. Sowohl Alleinstehende als auch Familien werden hier voraussichtlich ab der übernächsten Woche nach und nach einziehen. Die Flüchtlinge können anders als zuvor ihr eigenes Essen zubereiten, ein Spielplatz, ein Bolzplatz und ein Basketballfeld werden eingerichtet. Das 7500 Quadratmeter große Gelände ist an das Fernwärme- und Warmwassernetz angeschlossen, die Gebäude sind energetisch auf dem neuesten Stand.

In einem nächsten Schritt sollen Townsend zufolge nach den Turn- die Leichtbauhallen freigezogen werden.

Anwohner und andere Interessierte können sich am Freitag (16.9.) von 15 bis 17 Uhr bei einem Tag der offenen Tür über die Unterkunft informieren.