Neue Veranstaltungshalle auf Kokerei Hansa geplant

12,5 Millionen Euro

Das Kulturfestival Ruhrtriennale lässt Dortmund und das östliche Ruhrgebiet meist links liegen - weil ein geeigneter Veranstaltungsort mit Industrie-Ambiente fehlt, heißt es. Das könnte sich bald ändern. Denn das alte Salzlager der Kokerei Hansa in Huckarde soll sich in eine Veranstaltungshalle verwandeln. Wir stellen die Pläne vor.

HUCKARDE

, 10.09.2015, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neue Veranstaltungshalle auf Kokerei Hansa geplant

Ursula Mehrfeld, Dr. Sabine Burggräf und Anna Gerhard von der Industriedenkmal-Stiftung hoffen auf weitere Fördermittel für den Umbau des imposanten Salzlagers zur Veranstaltungshalle. Die Dach- und Fachsanierung läuft schon.

Zurzeit kann man nur einen eingeschränkten Einblick in das denkmalgeschützte Gemäuer bekommen. Gerüste rahmen innen und außen die Wände ein. Schon seit 2013 läuft die knapp 2,5 Millionen Euro teure „Dach- und Fachsanierung“, die im Herbst nächsten Jahres abgeschlossen sein soll.

Als Veranstaltungshalle für bis zu 1200 Besucher könnte das alte Salzlager zum Schauplatz für die Ruhrtriennale in Dortmund werden. Die ersten Vorarbeiten sind gemacht. Das Essener Architekturbüro Heinrich Böll hat bereits untersucht, ob ein denkmalgerechter Umbau machbar ist. Gemeinsam mit der Industriedenkmal-Stiftung entstand die Idee, das Salzlager und die benachbarte Ammoniakfabrik mitsamt den noch vorhandenen Einbauten zu erhalten. Nötige Einrichtungen wie Garderoben, Toiletten oder Gastronomie sollen in Anbauten unter einer Rohrbrücke an der Ostseite entstehen. 

Umbau wäre ein Meilenstein

Unterstützung gibt es dafür auch von der Stadtspitze, die das Vorhaben ebenso wie das geplante Nahverkehrsmuseum am benachbarten Bahnhof Mooskamp als möglichen Touristenmagneten in das Projekt „Nordwärts“ einbinden will. Auch für die Gesamtentwicklung der Kokerei Hansa als Industriedenkmal und Ankerpunkt auf der Route der Industriekultur wäre der Umbau des Salzlagers ein „Meilenstein“, stellt Ursula Mehrfeld Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, fest.

Zurzeit läuft eine Studie zur Vermarktung der Veranstaltungshalle über die Ruhrtriennale hinaus. Fällt auch sie positiv aus, soll das Projekt möglichst schnell vorangetrieben werden. Wobei es nicht ohne Landesförderung geht. 12,5 Millionen Euro würde die große Lösung inklusive der technischen Grundausstattung für eine Veranstaltungshalle und die Anbauten kosten, schätzt Sabine Burggräf, Bauexpertin der Industriedenkmal-Stiftung.

Übernimmt das Land die Kosten?

Ein Teil der Summe müsste aber ohnehin in die denkmalgerechte Sanierung des Gebäudeensembles gesteckt werden. Bezirksbürgermeister Harald Hudy erklärte am Mittwoch in der Bezirksvertretung, dass er optimistisch sei, dass das Land die Kosten für den Bau übernimmt. Mit Blick auf die nötigen Fördermittel könnte der Traum vom Kulturfestival im alten Salzlager wohl frühestens 2018 in Erfüllung gehen. Mit der Intendanz der Ruhrtriennale gibt es auf jeden Fall schon guten Kontakt, betont Ursula Mehrfeld.