Neue Zufahrt zur Asylbewerber-Einrichtung wird gebaut

Bezirksvertretung

Viel Unruhe in der Debatte um die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (EAE) und den Ausbau der Straße Rügecke in Hacheney. Anwohner lehnen den Ausbau vehement ab - doch gebaut wird trotzdem.

HACHENEY

von Von Felix Guth und Hanna Voß

, 13.11.2013, 15:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Bürgersaal trafen sich am Montag Vertreter der Verwaltung, Bezirksvertretung und Hacheneyer Bürger, um über die Verkehrssituation zu diskutieren.

Im Bürgersaal trafen sich am Montag Vertreter der Verwaltung, Bezirksvertretung und Hacheneyer Bürger, um über die Verkehrssituation zu diskutieren.

Die Stadtverwaltung hat einen Vorschlag vorgelegt, der die Glückaufsegenstraße entlasten und das durch die EAE erhöhte Verkehrsaufkommen in die Straße Rügecke verlagern soll. Mehrfach hatten sich die Anwohner der Glückaufsegenstraße in Hacheney über den regen Busverkehr beklagt. Von "unzumutbarem Lärm" war von Seiten der Bürgerinitiative (BI) Hacheney immer wieder die Rede. Die Busse bringen die Flüchtlinge zur Erstaufnahmeeinrichtung und holen sie dort wieder ab, Lastwagen liefern Essen, Wäsche, das Nötigste. Auch die Autos der Mitarbeiter und Taxen gelangen über die Glückaufsegenstraße zu dem ehemaligen Schulgelände. Der Vorschlag der neuen Straße soll Abhilfe schaffen.

Überraschte Stadt

"Damit wird das Problem nicht gelöst, sondern nur verlegt", sagte Anke Dechert von der Bürgerinitiative. "Es ändert nichts an den grundlegenden Schwierigkeiten."Bürgermeister Manfred Renno und die Stadt, unter anderem in Person von Ingo Moldenhauer, Heinrich Finger, Winfried Sagolla und Bernd Schulte, schienen überrascht: "An allen Runden Tischen ging es immer auch um den Busverkehr und den Lärm, der dadurch entsteht", sagte Renno. "Und dieses Problem wird durch die neue Zufahrt doch allemal behoben."

Keine Alternativen möglich?

Künftig sollen vor allem die Busse und Lastwagen, wenn sie von der B 54 abfahren, nicht mehr über die Glückaufsegenstraße, sondern die dann im vorderen Teil auf 5,50 Meter ausgebaute Rügecke zur EAE gelangen. Eine neue Zufahrt auf das Gelände soll dies möglich machen. Auch die Einmündung in die Rügecke soll ausgeweitet werden. 86.000 Euro würde der Ausbau kosten. Die Zufahrt zur Glückaufsegenstraße bliebe zwar offen, das Verkehrsaufkommen würde durch die Ausweichmöglichkeit dennoch mindestens halbiert. Andere Alternativen, etwa eine neue Abfahrt von der B 54, sind laut Verwaltung aus finanziellen und baulichen Gründen nicht möglich.Gucken Flüchtlinge ins Badezimmer?

Doch die Anwohner der Rügecke begehren auf. "Die Businsassen können manchen Familien ins Badezimmer gucken", sagte Gerd Heimann. Die Stadt bestreitet das. "Offenbar ist ja eh schon alles entschieden", sagte die erste Vorsitzende der BI, Iris Brüggemann, über die "Basta-Politik" der Bezirksvertretung.

Die Bezirksvertreter beschlossen Dienstag den Bau der Straße. "Es gibt ansonsten keine Chance mehr, das Thema vor 2021 noch einmal anzugehen", sagte Klaus Tillmann (Grüne). Alle Fraktionen stimmten zu, nur Hans-Otto Wolf (Linke) enthielt sich.

 

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