Neuer "Ben Hur": Charlton Heston macht das Rennen

Ab 1.9. im Kino

Der "Sandalenfilm" war mausetot - bis "Gladiator" kam, sah und siegte. Es folgten diverse Filme aus dem Dunstkreis antiker Helden und Legenden, darunter Zack Snyders "300", am 1. September startet eine Neuauflage von "Ben Hur".

23.08.2016, 14:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neuer "Ben Hur": Charlton Heston macht das Rennen

Heute wird das Wagenrennen (mit Jack Huston als Ben Hur) mit Computertechnik realsiert. In den 20er-Jahren brachen sich noch Dutzende Pferde die Beine.

Warum ein Remake? Weil die Traumfabrik glaubt, dank Computern alles toppen zu können? Oder nur, weil bekannte Marken (William Wylers Monumentalfilm von 1959) sicheren Profit versprechen? Zum Start in Amerika spielte der Film Flop-verdächtige elf Millionen Dollar ein, die Milchmädchen-Rechnung scheint nicht aufzugehen.

Irgendwie beruhigend, dass die Leute nicht jeder Sau nachlaufen, die Hollywood über den Sunset Strip treibt. Denn: Eine echte Daseinsberechtigung hat Timur Bekmambetovs "Ben Hur" nicht. Das Wagenrennen sah 1959 nicht schlechter aus. Charlton Heston war imposanter in der Titelrolle als Jack Huston. Und aus Tricktechnik und 3D saugt der neue Streifen längst nicht so viel Honig wie er könnte.

Handlung verkürzt

Es gibt Panoramen von Jerusalem, die kaum besser sind als die Malereien, mit denen Filme sich früher behalfen. Zudem verkürzen Bekmambetovs Autoren die Handlung, um das Finale dann in Richtung christlich getünchter Wohlfühl-Schnulze zu süßen. Die Feinde Ben Hur und Messala (Toby Kebbell) versöhnen sich im Namen der Liebe, die Saat Jesu (eben erst am Kreuz gestorben) geht auf.

Früher waren Juda Ben Hur und Messala wie Brüder. Der jüdische Prinz ist um Ausgleich mit den Römern bemüht, sein Freund macht Karriere in deren Armee. Das Potpourri seiner Kämpfe wirkt wie ein gescheiterter Versuch, den Kitzel der Germanenattacke in "Gladiator" einzufangen.

Trickspektakel

Dramatisch wird es erst, als Ben Hur eines Anschlags verdächtigt wird und in Ketten auf der Galeere landet. Die Seeschlacht aus subjektiver Sicht markiert sicher einen Höhepunkt des Films. Der zweite ist das Rennen in der Arena, wo Ben Hur fast unter die Räder kommt - ein Trickspektakel mit Pauken und Trompeten.

Wylers Klassiker kann der Kostümschinken nicht das Wasser reichen, er wird Saisonware bleiben. Mit einem Hauptdarsteller, der vom Typ her auch den schwulen Friseur spielen kann. Einen, der Morgan Freemans Figur die Whoopi Goldberg-Locken gedreht haben könnte.

Und noch einmal zum Vergleich der Trailer zu dem Film aus dem Jahr 1959: