Neuer Lack an Laternen verhindert das Anbringen von Aufklebern

Aktion gegen Nazi-Sticker

Die in Dorstfeld aktiven Neo-Nazis nutzen Aufkleber zur Verstärkung des Eindrucks, sie beherrschten den Stadtteil. Die Vertreter der demokratischen Mehrheit haben nun einen weiteren Schritt unternommen, die Nazi-Propaganda aus Dorstfeld zu verdrängen.

DORSTFELD

von Von Holger Bergmann

, 27.04.2012, 15:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß versucht vergeblich, einen Aufkleber an die Laterne zu kleben. Die Laterne wurde mit einem Anti-Aufkleber-Lack gestrichen.

Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß versucht vergeblich, einen Aufkleber an die Laterne zu kleben. Die Laterne wurde mit einem Anti-Aufkleber-Lack gestrichen.

„Wenn es darum geht, gegen Nazis vorzugehen, gibt es neben dem Runden Tisch verschiedene Wege. Die Verwaltung hat einen neuen gefunden“, lobte Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß am Freitag auf dem Wilhelmplatz. Die Lösung: Anti-Aufkleber-Lack.  „Rund 180 Gestaltungselemente wurden mit dem neuen Lack bemalt“, berichtet Ralf Rittner, der als „Citybeauftragter“ der Stadtverwaltung den Lack bei Renovierungsmaßnahmen in der Innenstadt eingeführt hatte. Jetzt wird Dorstfeld das Pilotprojekt für die Einführung des Lacks in den Stadtteilen.

 Der Lack folgt einem einfachen Prinzip. Kleine Partikel in der Farbe geben der Oberfläche den Charakter von Schmirgel-Papier. Auf so einer Oberfläche finden Aufkleber keinen Halt. Laternen und Pfähle sollen so frei von rechter Propaganda bleiben.Denn „Spuckis“, wie Friedrich Fuß die Aufkleber der Nazis nennt, weil sie mit Spucke und nicht mit Klebstoff haften, waren ein Propaganda-Mittel der Rechten. „Der Wilhelmplatz ist eine wichtige Stadtbahn-Haltestelle, an der täglich tausende von Menschen umsteigen“, rechnet Fuß vor, „und wenn an jedem Mast steht: ‚Dorstfeld gehört uns‘, dann bleibt das irgendwann in den Köpfen hängen.“

 Bevor die Laternen-Pfähle und Pfosten neu gestrichen wurden, schickte die Verwaltung vorbereitend einen Reinigung-Trupp aus. Und der machte laut Ulrich Finger, Abteilungsleiter Pflege städtischer Plätze, einen tollen Fund, der Aufschluss über die letzte Reinigungs-Aktion erlaubt. „Die Jungs entdeckten an einer Laterne einen Aufkleber zur Eröffnung des Westfalenstadions 1974.“

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