Neuer Treff: Glück auf, der Steigerturm kommt

Fragen und Antworten

Erhalten statt abreißen - in Berghofen soll das ehemalige Gerätehaus, das im Volksmund Steigerturm heißt, in einen Kulturtreff umgewandelt werden. Winfried Liebig ist der Mann, der diese Idee vorantreibt. Wir verraten warum und wie er das macht.

BERGHOFEN

, 04.05.2016, 15:16 Uhr / Lesedauer: 3 min
Neuer Treff: Glück auf, der Steigerturm kommt

Das alte Gerätehaus mit dem Dorfplatz an der Berghofer Schulstraße will Winfried Liebig wieder zum Mittelpunkt von Berghofen machen. Ab 2020 spätestens sollen sich hier die Generationen treffen.

Warum ist das alte Gerätehaus erhaltenswert?

Das Gerätehaus mit dem Turm, in dem die Feuerwehrleute ihre Wasserschläuche trockneten, ist 102 Jahre alt. Mit dem Dorfplatz bildet es am Berghofer Schulweg den historischen Mittelpunkt Berghofens. "Das ist ein triftiger Grund, den alten Dorfplatz wieder zu unserer Mitte zu machen und den Steigerturm mit dem Feuerwehrgerätehaus als charakteristische Landmarke zu erhalten", sagt Winfried Liebig. Er ist Vorsitzender des Vereins "Unsere Mitte Steigerturm". Und er ist seit Jahrzehnten Berghofer Bürger und weiß: "Über Generationen sind Kinder hier zur Besichtigung gewesen und haben eine Beziehung zu diesem Gebäude. Deshalb muss es erhalten bleiben."

Was soll aus dem Gebäude werden?

Der Steigerturm soll zu einem Treffpunkt aller Berghofer Bürger werden. Er soll der zentrale Treffpunkt für die Förderung des sozialen und kulturellen Zusammenlebens in Berghofen werden, den man gerne aufsucht, an dem man sich austauscht und wo man gemeinsam eine gute Zeit verbringt. "Solche Orte", sagt Winfried Liebig, "sind in der heutigen Zeit, in der man oft aneinander vorbei lebt und viele Menschen einsam sind, wichtig und selten geworden."

Was soll konkret in dem Steigerturm passieren?

Das Konzept sieht folgendes vor: Aus den früheren Garagen für die Löschfahrzeuge soll ein Raum für Musikveranstaltungen, Ausstellungen und Bildungsveranstaltungen (zum Beispiel VHS-Kurse) werden. Und es soll ein kleines Kulturcafé mit Außengastronomie auf dem Dorfplatz geben. Ins Obergeschoss soll eine Kunstschule für alle Generationen einziehen, geleitet von der Berghofer Künstlerin Anette Göke. In einem Anbau sollen neue Toiletten errichtet und ein Bürotrakt für den Verein, der Ansprechpartner der Bürger sein will, geschaffen werden. Alles soll ehrenamtlich betrieben werden.

Was kostet es, Sanierung, Umbau und Erweiterung des Gebäudes zu realisieren?

Winfried Liebig legt sich auf eine konkrete Summe nicht fest. Benötigt würden "mehrere 100.000 Euro", sagt er. Mit Stiftungen und der Stadt Dortmund seien "gute Gespräche" geführt worden.

Wie viel Geld muss und kann der Förderverein "Neue Mitte Steigerturm" aufbringen?

Auch das lässt sich zurzeit noch nicht sagen. Fest steht, dass der Förderverein mehr Mitglieder braucht. Aktuell zählt er 90 Mitglieder. Mehrere 100 sollen es laut Winfried Liebig noch werden. Berghofen hat immerhin 12.000 Einwohner. Und der Mitgliedsbeitrag liegt bei gerade mal 20 Euro im Jahr.

Wie weit ist das Projekt bisher?

„Für die Baufinanzierung“, sagt Liebig, „werden in diesem Jahr die Antragsvoraussetzungen geschaffen sein.“ Im nächsten Jahr sollen dann die Um- und Anbauten beginnen. Ein erster Schritt in die Zukunft des Steigerturms ist auch mit dem Start einer Konzertreihe getan.

An jedem dritten Freitag im Monat gibt es an der Berghofer Schulstraße nun Rockiges statt Feuerwehr-Sirenen zu hören. Mit der neuen Konzertreihe konnte erreicht werden, dass die Berghofer Unart-Musikszene nun wieder zu Hause in Berghofen ist. Ein bisschen improvisiert ist das Ganze schon. Aber: „Das ist eine echt coole Location“, lobt Friedhelm Kortmann von Unart den Veranstaltungsort.

Außerdem erklärt Winfried Liebig: "Vertreter der Stadt Dortmund haben unser Vorhaben sehr begrüßt und darauf hingewiesen, dass der Rat der Stadt in seiner Sitzung im Dezember 2015 die Verwaltung beauftragt hat, eine Strategie und ein Umsetzungskonzept für den Umgang mit dem demografischen Wandel in Dortmund zu entwickeln. Die dort genannten Ziele und Handlungsfelder stimmen mit unseren Absichten überein, sodass wir eine Einbindung unseres Projektes in ein gesamtstädtisches Handlungskonzept anstreben. Darüber hinaus bemühen wir uns um eine wissenschaftliche Begleitung des Projektes."

Wann ist die Idee entstanden? Und wann soll der Kultur-Treffpunkt eröffnet werden?

Die Idee zum Erhalt des Steigerturms kam 2011 im Bürgerforum Berghofen auf. Seit im September 2015 die Freiwillige Feuerwehr aus dem Gebäude auszog und in einen Neubau an der Straße An der Goymark einzog, wird die Umnutzung konkret vorangetrieben. Fertig sein soll der soziale und kulturelle Treffpunkt im Jahr 2020. "Dann wird Berghofen 800 Jahre alt und der Mittelpunkt der Feierlichkeiten soll dann der Dorfplatz sein, der bis dahin auch neu gestaltet wird", so die Zielsetzung von Winfried Liebig.

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