Neujahrskonzert auf hohem Niveau

Blasorchester Kirchlinde

Wer Blasmusik mit „Täterä“ und bierseliger Oktoberfeststimmung verbindet, der hat noch kein Konzert des Blasorchesters Kirchlinde unter der Leitung von Friedrich Wilhelm Osterhaus erlebt. Das bot bei seinem traditionellen Neujahrskonzert am späten Samstagnachmittag eine ausgewogene Mischung unterhaltsamer Musik auf hohem Niveau.

KIRCHLINDE

, 10.01.2016, 15:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Stücke des Orchesters hatten Ohrwurmcharakter und regten das Publikum zum Mitsingen an.

Die Stücke des Orchesters hatten Ohrwurmcharakter und regten das Publikum zum Mitsingen an.

So konnte Moderatorin Petra Osterhaus mit gutem Gewissen die mehr als 300 Zuhörer in der Aula des Bert-Brecht-Gymnasiums als „Freunde des guten Musikgeschmacks“ begrüßen.

Es begann mit dem „Florentiner Marsch“ als schwungvollen Auftakt, wobei die 33 Musiker bereits hier sehr differenziert agierten, leise Töne boten und dann wieder voll aufdrehten. Es folgte ein Ausflug in die Märchenwelt mit Melodien aus Engelbert Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“, in die der Komponist überlieferte Volksweisen verarbeitet und auch eigene Kompositionen eingebaut hat. Romantisch ging es weiter mit dem „Evangelimann“ und der versöhnlichen Schlussbotschaft: „Selig sind, die Verfolgung leiden.“

Besondere Herausforderung

Eine besondere Herausforderung für das Orchester stellte die Ouvertüre zur Oper „Wenn ich König wär“ von Adolphe Adam dar, wobei hier Solist Sammy Kraus an der Spitze der Klarinettisten besonders glänzte. Dass Oper und Operette auch jede Menge „Ohrwürmer“ zu bieten haben, bei denen die Zuhörer immer wieder einstimmten, zeigte der weitere Programmverlauf mit Melodienfolgen der Komponisten Verdi, Lehár, Kálmán, Benatzky und Strauss. Auch an etwas in Vergessenheit geratene Opern wie Nobert Schultzes „Schwarzer Peter“ wurde erinnert.

Der wohl emotionalste Augenblick war das überraschende Lied „Wenn einer sagt ich mag dich, du ich find dich wirklich gut“ der 10-jährigen Maja, mit dem sie ihrem Opa Fritz ein vorzeitiges Geburtstagsständchen brachte. Da hatte nicht nur der Geehrte Orchesterchef Tränen der Rührung in den Augen.