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New York Philharmonic bot himmlische Freuden zum Abschied

Philharmonie Essen

Am Sonntag kam das New York Philharmonic, das - wie die Wiener Philharmoniker - in diesem Jahr sein 175-jähriges Bestehen feiert, mit einem abgeklärt, aber auch etwas müde wirkenden Alan Gilbert in die Philharmonie Essen. Welch ein Kontrast zu Yannick Nézet-Séguin und dem Rotterdam Philharmonic eine Woche zuvor am selben Ort.

ESSEN

, 27.03.2017 / Lesedauer: 2 min
New York Philharmonic bot himmlische Freuden zum Abschied

Alan Gilbert auf Abschiedstour mit dem New York Philharmonic in Essen.

In Bartóks "Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta" gelang Gilbert, der sich mit dieser Europa-Tour als Musikdirektor aus New York verabschiedet, das Kunststück, die oft als spröde empfundene Komposition beseelt und mehr klassisch als modern klingen zu lassen.

Ein zarter, seidiger Glanz umgab da eingangs die gedämpften, nur mit Fingerspitzen dirigierten Streicher, deren Spiel ganz behutsam an Lautstärke und Intensivität gewann. Die schnellen Sätze hatten tänzerischen Schwung. Harfe, Celesta, Klavier, Trommeln und Xylophon bereicherten den Klang des Streichorchesters.

Der Funke sprang nicht über

Besonders gespannt war man danach auf Mahlers Vierte, hat der Meister die New Yorker Philharmoniker doch selbst in den Jahren 1909-11 als Mahler-Orchester geformt. Vor allem Leonard Bernstein hat die New Yorker dann in den 1960er-Jahren eindrucksvoll als solches bestätigt. Wie Mahler, der seine vierte Sinfonie auf das Lied vom himmlischen Leben als Zielpunkt hin komponiert hat, deutete sie auch Gilbert vom Ende her.

Was darin zuletzt gesungen wurde, galt schon für den ersten Satz: "Wir genießen die himmlischen Freuden…" Ein schöner, runder Klang war da zu hören. Doch schienen die Musiker gleich der Engel im Lied mehr für sich selbst zu spielen: Der Funke der Musik sprang nicht wirklich auf die Erde, ins Auditorium, über.

Fahl und unheimlich

Im ersten Satz kam neben dem Idyllisch-Klassizistischen die romantische Emphase zu kurz. Der zweite Satz wirkte eher schläfrig als fahl oder gar unheimlich. Im Schlusssatz gefiel Christina Landshamer mit lyrisch-schlankem Sopran, hatte aber nicht wirklich eine Chance gegen das zu kräftige Orchester. Und dann zerstörte leider auch noch ein zu früh einsetzender Klatscher den zarten, geheimnisvollen Schluss.