Noch ein weiter Weg

Teistungen «Er ist bisher die positive Überraschung der Vorbereitung.»

09.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Mann, von dem Marcel Koller spricht, kickte in der vergangenen Saison noch in der Oberliga beim SC Verl. Doch Heinrich Schmidtgal hat den Sprung in den Bundesliga-Kader des VfL bisher scheinbar mühelos gemeistert. «Aber ich gebe mich überhaupt keinen Illusionen hin, denn erreicht habe ich bisher noch gar nichts. Ich bin froh, dass mir Marcel Koller gleich im ersten Testspiel die Chance gegeben hat, zu zeigen, was ich kann. Aber es wird sicherlich auch wieder Rückschläge geben. Ich habe noch einen weiten Weg vor mir», bleibt der 21-jährige Mittelfeldspieler auf den Boden der Tatsachen. Marcel Koller ist jedenfalls angetan von den Fähigkeiten des Mittelfeldspielers: «Er kann beißen und hat einen unglaublichen Willen. Gegen Split hat er im defensiven Mittelfeld sehr intelligent gespielt.»

Telefonanruf

Der gebürtige Kasache kam mit seinen Eltern im Alter von zwei Jahren als Aussiedler nach Deutschland. Bereits seit der C-Jugend spielte Schmidtgal im ostwestfälischen Verl. Sein größter Erfolg gelang ihm in der abgelaufenen Saison mit dem Aufstieg der Verler in die Regionalliga. «Vor der Begegnung gegen die zweite Mannschaft des VfL Bochum hat mich Christos Orkas angerufen und mir mitgeteilt, dass ich vom VfL beobachtet werde. Das war für mich eine große Ehre und eine Superchance, die ich einfach nutzen musste. Ohne diesen Anruf würde ich mit Sicherheit in der nächsten Saison noch für Verl in der Regionalliga auflaufen», kann Schmidtgal den Eintritt in die Welt des Profi-Fußballs noch gar nicht ganz fassen.

Andere Welt

Der Profibereich ist für Schmidtgal eine ganz neue, andere Welt: «Zuvor hatte ich noch nie in meinem Leben drei Mal täglich trainiert. Und dann noch mit diesem Tempo und dieser Intensität.»

Fernstudium?

Bisher studierte Schmidtgal an der Universität in Paderborn im vierten Semester Sport und Maschinentechnik. Für das Abenteuer «Profifußball» hat er sich zunächst einmal beurlauben lassen. «Doch ich prüfe derzeit die Möglichkeit, das Studium an einer Fernuniversität fortzusetzen», setzt Schmidtgal auch weiterhin auf eine berufliche Ausbildung. CA/MaJa