Noldes leuchtende Heimat am Meer

Kunstmusem Mülheim

Die Bilder von Emil Nolde mögen alle. - Komisch, dass nur wenige Museen den 150. Geburtstag des Malers am 7. August feiern. In Noldes norddeutscher Heimat haben sich acht Museen zusammengeschlossen, um über zwei Jahre eine Riesenschau zu präsentieren. Museen in Wiesbade und Leipzig feiern den Maler, und im Westen Deutschlands gratuliert nur das Kunstmuseum Mülheim.

MÜLHEIM

, 07.05.2017, 17:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Noldes leuchtende Heimat am Meer

Die „Abendliche Marschlandschaft mit Gehöft“ hat Nolde um 1935 gemalt.

Dort, in der ersten Etage des Kunstmuseums Mülheim, sind in einer kleinen, aber feinen Studioausstellung 42 Arbeiten von Emil Nolde, der als Emil Hansen im norddeutschen Nolde aufgewachsen ist, zu sehen. In sechs Räumen hat das Museum 27 Nolde-Werke aus der Stiftung des Mülheimer Nobelpreisträgers Karl Ziegler, zwölf Arbeiten aus dem Museumsbestand und drei Grafiken aus Privatbesitz zusammengeführt.

Zu sehen sind Noldes berühmte Blumenbilder (auch Seerosen), Landschaftsmalerei, Porträts und Tiere in allen Kunsttechniken und aus jedem Lebensjahrzehnt des 1956 gestorbenen Malers.

Wasser und Seerosen

Der Rundgang startet im Biografieraum. Viele Fotos aus dem privaten Archiv von Emil Nolde und seiner Ehefrau Ada sowie Schautafeln lassen ein Künstlerleben Revue passieren. Geht man nach rechts, kommt man in zwei Grafik-Kabinette. Die Radierungen und Holzschnitte von Sängern, Propheten, Bauern und Landschaften in Noldes Wohnort Seebüll faszinieren genauso wie die Blumen- und Landschaftsaquarelle in den intensiven, satten Farben, die Noldes Heimat am Meer so kraftvoll und manchmal auch mythisch auf den Leinwänden leuchten lassen.

Diese Arbeiten hängen im zweiten und dritten, etwas abgedunkelten Raum der Ausstellung. Bäuerliche Szenen und immer wieder Kinder hat Nolde gemalt. Und nicht nur Wasserszenen mit Fischerbooten an der Ostsee (und auch in Venedig), auch Berglandschaften haben den Expressionisten immer wieder fasziniert.

Aquarell-Arbeiten

Tiere offenbar etwas weniger; im vierten Raum der Ausstellung ist der Aquarellist nur mit seinen Marabus und einem Papagei vertreten, das Kunstmuseum kombiniert diese beiden Arbeiten aber sehr schön mit Tierbilder von Franz Marc, Kirchner und Heckel.

Gemessen an dem Riesenwerk, das Nolde mit fast 1000 Bildern hinterlassen hat und der Fülle an Motiven im Werk des Malers ist dies eine kleine Ausstellung. Aber eine sehenswerte und leider im Nolde-Jahr die einzige im weiten Umkreis.

Welten-Wanderer

Bis zum 18. Juni ist im Erdgeschoss des Museums noch die Ausstellung "Welten-Wanderer", unter anderem mit Arbeiten von Macke, Barlach und Beckmann, zu sehen. Ab 24. September passt dann eine große Expressionistenschau zu der Nolde-Ausstellung.Julia Gaß

 

Kunstmuseum Mülheim: Emil Nolde zum 150. Geburtstag, bis 7.1., Synagogenplatz 1, Di-So 11-18 Uhr, Erwachsene 4 Euro, erm. 2 Euro, Mi ab 14 Uhr Eintritt frei.