Norbert Lammert spaltete an der EFH die Gemüter

Ethik und Ökonomie

Die Evangelische Fachhochschule (EFH) hatte am Mittwoch Bundestagspräsidenten Dr. Norbert Lammert zu einem Vortrag über das Thema „Wirtschaftsethik in Zeiten der Globalisierung“ eingeladen. Und der berührte und begeisterte die erschienen Gäste ebenso, wie er die Gemüter spaltete.

BOCHUM

von von Verena Halten

, 11.04.2013, 17:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dr. Norbert Lammert, Bundestagspräsident, erregte und bewegte am Mittwoch in der EFH die Gemüter. Der Grund war sein Vortrag zum Thema „Wirtschaftsethik in Zeiten der Globalisierung". Prof. Dr. Gerhard K. Schäfer, Rektor der EFH, (rechts) stand ihm bei der anschließenden Diskussion zur Seite.

Dr. Norbert Lammert, Bundestagspräsident, erregte und bewegte am Mittwoch in der EFH die Gemüter. Der Grund war sein Vortrag zum Thema „Wirtschaftsethik in Zeiten der Globalisierung". Prof. Dr. Gerhard K. Schäfer, Rektor der EFH, (rechts) stand ihm bei der anschließenden Diskussion zur Seite.

 „Heute sind wir in der Lage, innerhalb von 24 Stunden zu jedem Ort der Welt zu gelangen“, sagte Lammert. Gerade bei den Themen der „nicht mehr vorhandenen und niedergerissenen Grenzen“ und der Abhängigkeit der Wirtschaft von der Politik, stimmte man aber nicht übergreifend mit dem Redner überein. Beispielsweise wies man in der Diskussionsrunde darauf hin, dass die Politik die Ökonomie in der Vergangenheit oft ganz bewusst in eine bestimmte Richtung vorangetrieben hat.  Und der Einwurf, dass Grenzen heute in vielen Teilen der Welt immer noch unüberwindbar sein können, konnte nicht einmal bis zum Schluss warten. „Was ist mit Frontex?“, warf ein Zuhörer noch während des Vortrages ein. Lammert wies darauf hin, dass man sich der vollen Bandbreite des Themas natürlich nicht an einem Nachmittag widmen kann.  

 Und er gestand auch ein, dass die Globalisierung gerade was die ethischen Wirtschaftsaspekte angeht, nicht immer von positiver Natur sein muss. Dabei deutete er auf die großen Diskrepanzen bei den Einkommens- und Leitungsunterschieden hin. „Die Möglichkeiten, die Ökonomie zu steuern, waren noch nie zuvor so gering wie heute“, wirft er ein, wies aber auch darauf hin, dass man sie auf keinen Fall ihrer eigenen Dynamik überlassen darf.