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Darum lassen sich diese Nordkirchener als Gästeführer ausbilden

Wie Gästeführer die Heimat sehen

Gästeführer haben einen besonderen Blick auf die Heimat, viele Details müssen sie kennen und diese ihren Gästen vermitteln. In Nordkirchen gibt es sogar einen eigenen VHS-Kurs für sie. Die Gründe zur Teilnahme sind vielfältig.

Nordkirchen

, 07.04.2018
Darum lassen sich diese Nordkirchener als Gästeführer ausbilden

Die angehenden Gästeführer auf ihrem Weg durch Nordkirchen. © Beate Dorn

Mit einem Experiment hat die Gemeinde Nordkirchen vor etwa einem Jahr den Versuch gewagt, eine immer wiederkehrende Nachfrage von Touristen und teilweise auch Einheimischen zu befriedigen. Während im Schloss Nordkirchen und im Schlosspark schon seit Jahren geschichtliche Führungen angeboten werden, gab es für die Nordkirchener Ortsteile bislang keine entsprechenden Angebote. Bis jetzt.

Gemeinsam mit der VHS in Lüdinghausen und unterstützt von Münsterland e.V. hat die Gemeinde Nordkirchen 2017 einen Volkshochschulkurs ins Leben gerufen, um zukünftige Gästeführer auszubilden.

„Die Nachfrage nach Ortsführungen hat definitiv zugenommen“, berichtet Maike Teetz, Tourismusmanagerin für die Gemeinde Nordkirchen. Neben Tagesbesuchern würden sich zum Beispiel auch Hochzeitsgesellschaften immer wieder Ortsführungen anfragen. „Viele Paare wollen ihren Gästen nach der Trauung ein Programm anbieten, um Zeit zu überbrücken“, sagt Maike Teetz. Eine Ortsführung läge da für viele nahe.

Fundierte Ausbildung

Wie groß das Interesse daran sein würde, als Gästeführer Touristen den Heimatort näher zu bringen, das ließ sich hingegen kaum voraussehen, sagt die Tourismusmanagerin. Fest stand: Die Ausbildung sollte fundiert sein und war dementsprechend anspruchsvoll. Die Lehrmodule liefen über mehrere Monate. Der Umfang des VHS-Kurses schreckte niemanden ab, im Gegenteil: Neun Teilnehmer hatte der Gästeführer-Kurs, alleine sieben davon aus Nordkirchen. „Von dieser Resonanz waren wir überrascht“, sagt Maike Teetz rückblickend.

Anfang dieses Monats hatten die Gästeführer ihre erste praktische Übung: eine Probeführung durch Nordkirchen.

„Es ist eine sehr leistungsstarke Gruppe“ lobte Kursleiterin Claudia Holze-Thier die neun Teilnehmer. In 17 Kursmodulen, die insgesamt 121 Stunden umfassen, lernten die Teilnehmer viel über die Geschichte, Kultur, Flora und Fauna des Münsterlandes und speziell der Schlossgemeinde Nordkirchen. Aber auch die Gestaltung einer Gästeführung, Kommunikation, Präsentation und der Umgang mit Gruppen standen im Fokus des Seminars. „Zuhause müssen die Teilnehmer noch rund 100 Stunden für Recherchen und Ausarbeitungen einplanen“, so Holze-Thier.

Interesse an der Heimat

Für Hubert Kersting ist das keine große Herausforderung. Der Heimatforscher ist in Nordkirchen aufgewachsen, beschäftigt sich schon lange intensiv mit der Geschichte seines Heimatortes, hat Bücher verfasst und ist erster Vorsitzender des Heimatvereins. „Man kann sich immer noch einiges aneignen“ meinte er. „Wie gehe ich mit Menschen um, was ist bei einer Führung zu beachten – das sind Dinge, die mich interessieren.“

Darum lassen sich diese Nordkirchener als Gästeführer ausbilden

Hubert Kersting interessiert sich für seine Heimat Nordkirchen © Beate Dorn

Für Thore Tewes hingegen heißt es lernen, lernen, lernen. Der 17-Jährige ist der Jüngste in der Gruppe. „Ich war auf der Suche nach einem Nebenjob. Da hat meine Mutter vorgeschlagen, ich könne ja diesen Kurs machen und dann als Gästeführer arbeiten. Lokal tätig zu sein, mich mit der Geschichte Nordkirchens zu befassen und sie den Leuten näher bringen. Das hörte sich gut an. Allerdings war mir nicht so ganz klar, wie schwer das sein kann. Aber aufgeben kommt für mich nicht infrage, auch wenn ich mir noch viel erarbeiten muss.“ Dazu gehört unter anderem die Konzeptgestaltung einer Gästeführung. „Zu den Themen Städtebau und Wasserversorgung recherchiere ich gerade“, verriet Thores Mutter Pia Tewes. „Ich interessiere mich einfach für Geschichte und bin schon als Schlossführerin tätig. Dieser Kurs ist eine gute Ergänzung“, begründete sie ihre Teilnahme.

Darum lassen sich diese Nordkirchener als Gästeführer ausbilden

Thore Tewes ist 17 Jahre alt und will bald Gästeführer sein © Beate Dorn

Eigene Konzepte

Zurzeit arbeiten die angehenden Gästeführer an eigenen Konzepten für ihre Führungen. „Wir lassen ihnen freie Hand dabei“, sagt Maike Teetz. Ziel sei es zunächst, grundlegende Ortsführungen an den Start zu bringen, zunächst an jedem ersten Sonntag in den Sommermonaten. Nach und nach werden die Gästeführer dann eigene Themenführungen an den Start bringen. Es gebe zum Beispiel schon Ideen für kulinarische Führungen durch die Schlossgemeinde, verrät die Tourismusmanagerin. Schon jetzt zeigt sich, dass die Gästeführer ganz unterschiedliche Wege finden werden, Besuchern ihre Heimat zu präsentieren.

  • Bisher gibt es Schloss- und Parkführungen am Schloss Nordkirchen. Die Schlossführungen finden ohne Anmeldung von Mai bis September stündlich an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr statt. Mit Anmeldung täglich von 9 bis 18 Uhr. Die Parkführungen finden täglich von 9 bis 18 Uhr statt (mit Anmeldung).
  • Die Gästeführer-Touren sollen bald einmal monatlich angeboten werden.
  • Mehr Infos: Tourist Information Nordkirchen, Schloßstr. 11, Tel (02596) 917500 oder per Mail an tourismus@nordkirchen.de
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