NRW-Juniorballett präsentierte ein virtuoses Tanzkraftwerk

Opernhaus Dortmund

Seit knapp zwei Jahren gibt es das NRW-Junior-Ballett, und seitdem haben viele der jungen Profi-Nachwuchstänzer ein festes Engagement in den Ballett-Compagnien bekommen. Am Donnerstag feierten die zwölf Tänzer mit Gästen aus der Dortmunder Compagnie im Dortmunder Opernhaus Premiere ihres ersten eigenen, abendfüllenden Tanzabends: "Stepping Future" spannt mit vier Choreografien einen Bogen vom klassischen Spitzentanz zu modernem, hochvirtuosen Ausdruckstanz.

DORTMUND

, 29.04.2016 / Lesedauer: 2 min
NRW-Juniorballett präsentierte ein virtuoses Tanzkraftwerk

Auch witzige Choreografien wie „Sofa“ auf einem gelben Sofa zeigte das NRW-Juniorballett virtuos.

"Sofa" vom Choreografen Itzik Galili, ein "Pas-de-Trois" von Mann, Frau und einem Homosexuellen, ist das witzigste Stück dieses sehenswerten Abends - Polster-Akrobatik auf einem gelben Sitzmöbel, mit Slapstick-Elementen, skurrilen Körperverdrehungen, hinreißend komisch getanzt von Debora di Giovanni, Andrei Morariu und Francesco Nigro. Bei einer Ballettgala war diese Choreografie schon einmal zu sehen.

Ästhetische Schönheit

"Sakura", das zweite Mittelstück des anderthalbstündigen Abends, ist das Gegenstück: ein mit weichen, fließenden Bewegungen von Jelena-Ana Stupar und Andrei Morariu getanztes Minimal-Bewegungsstück von Can Arslan voll ästhetischer Schönheit und Anmut.

Ihre hohe Leistungsfähigkeit zeigten die jungen Tänzer in den zwei Ensemblestücken, die den Rahmen bildeten: im Septett "In-Between" von Craig Davidson und Sextett "Versus Standard" von Jacopo Godani.

Spitzentanz

Klassischen Spitzentanz zu Schuberts "Der Tod und das Mädchen" nutzt Davidson zu einer Bewegungsstudie über die "Ahnen des Tanzes". Die originellen Hebefiguren meisterten die Tänzer bravourös, in den schnellen Schritt- und Sprungfolgen fehlte in der Premiere noch Sicherheit, die sich aber in den folgenden Vorstellen sicher noch einstellen wird.

Souverän getanzt war dann Godanis "Versus Standard" am Schluss. Mit der Bewegungssprache von seinem Lehrer William Forsythe, mit gymnastischen Elementen und purer Tanzlust, hat Godani ein virtuoses Tanzkraftwerk zu Elektromusik, die "48nord" zu seiner Choreografie komponiert hat, entwickelt.

Termine: 5./25.5.2016, 10./18.6.2016, 3.7.2016; Karten: Tel. (0231) 5027222