NRW-Städte wollen strengere Corona-Regeln in den Innenstädten

Freizeit in NRW

Dass das Frühlingswetter viele Menschen in NRW ins Freie locken würde, ahnten alle. Dass es jedoch so viele würden, wohl eher nicht. Zwei NRW-Städte ziehen Konsequenzen.

Düsseldorf

23.02.2021, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach dem Ausflügler-Ansturm in der Düsseldorfer Altstadt am Samstag und Sonntag plant nicht nur die Landeshauptstadt für das kommende Wochenende deutliche Einschränkungen.

Nach dem Ausflügler-Ansturm in der Düsseldorfer Altstadt am Samstag und Sonntag plant nicht nur die Landeshauptstadt für das kommende Wochenende deutliche Einschränkungen. © picture alliance/dpa

Nach dem unerwarteten Ausflügler-Ansturm in der Düsseldorfer Altstadt am Samstag und Sonntag plant die Landeshauptstadt für das kommende Wochenende deutliche Einschränkungen. So soll etwa die Maskenpflicht in der Altstadt ausgeweitet werden.

Im Geltungsbereich der Maskenpflicht soll es außerdem ein sogenanntes Verweilverbot geben, wie Ordnungsdezernent Christian Zaum am Montag mitteilte. Es soll dort dann nicht mehr erlaubt sein, sich etwa für ein Picknick hinzusetzen oder ein Eis zu essen. Die Besucher müssten sich bewegen, so Zaum. Die Stadt sprach am Montag in einer Mitteilung von einem „ausufernden Treiben“ am vergangenen Wochenende.

„Massives Verkehrschaos“ rund um Dortmunder Ausflugsziel

Auch andere Städte wollen beliebte Freizeitorte stärker kontrollieren. In Bonn hieß es am Montag, der Ordnungsdienst habe die Rheinufer, den Rheinaue-Park und andere beliebte Ausflugsziele besonders im Blick.

Im benachbarten Siebengebirge waren am Wochenende die Parkplätze vollkommen überfüllt und auch die Zuwege zugeparkt. „Der Ordnungsdienst hat ordentlich Knöllchen verteilt“, berichtete ein Sprecher der Stadt Königswinter. Die Menschen wollten an die frische Luft, das sei verständlich. Die Lage werde aber genau beobachtet.

In Dortmund hatte die Polizei am Wochenende rund um den Phoenix-See von „massivem Verkehrschaos“ berichtet und mehrere Straßen um das Naherholungsgebiet gesperrt. Was mögliche künftige Maßnahmen zum Corona-Schutz der vielen Ausflügler betreffe, gelte es, „Augenmaß zu wahren“, sagte ein Stadtsprecher am Montag.

Kommunen verstärken die Kontrollen der Corona-Regeln

Im vorigen Frühjahr war etwa zeitweise eine Einbahnstraßen-Regelung für Spaziergänger eingeführt worden. In der Rückschau auf das Wochenende sei man aber zufrieden mit dem gegenseitigen Respekt der vielen Ausflügler.

Der Deutsche Städtetag kündigte angesichts des frühlingshaften Wetters verstärkte Kontrollen der Corona-Regeln durch die Kommunen an. „Wir sehen aktuell, dass die Infektionszahlen wieder steigen, und müssen sehr vorsichtig sein. Wenn wir leichtsinnig werden, verspielen wir die Erfolge der vergangenen Wochen“, sagte Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, der „Rheinischen Post“ (Dienstag).

„Geht raus, aber bleibt im Veedel!“

Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob appellierte an die Bevölkerung der Millionenstadt, das Frühlingswetter dezentral zu genießen und die beliebten „Sonnen-Spots“ der Stadt zu meiden.

„Nutzen Sie die Naherholungsflächen in ihren Veedeln. Auch dort kann man an der frischen Luft entspannen“, erklärte Jacob am Montag. „Wenn wir die Sehnsucht nach sozialem Leben und Gemeinschaft über die Vernunft stellen, wird uns das den nächsten Rückschlag einbringen. Corona kennt keine Schönwetter-Pause.“

dpa

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