NRW-Stipendiaten stellen sich in einer Ausstellung vor

Kunsthalle Düsseldorf

Nothing" (Nichts) wiederholt eine Stimme im schwarz ausgeschlagenen Kabinett. Hier herrscht pure Leere. Und der Besucher nimmt kaum die Hand vor Augen wahr. Minuten später glimmt ein Licht auf und leuchtet kreisrund den leeren Boden aus. "No Thing" (Kein Ding) verkündet die Stimme nun.

DÜSSELDORF

, 22.08.2016, 13:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
NRW-Stipendiaten stellen sich in einer Ausstellung vor

Kunst mit Witz: Der triste Balkon aus Jenny Kropps „Outsider“-Serie prangt im Eingangsfoyer der Kunsthalle Düsseldorf.

Der Berliner Künstler Jens Pecho hat diese Klang- und Lichtinstallation in der Kunsthalle Düsseldorf geschaffen. Ganz im Geiste der extrem reduzierten späten Spiele des irischen Autors Samuel Beckett.

Pecho ist einer der vielversprechenden Absolventen einer deutschen Kunstakademie, denen die 1975 gegründete Karl-Schmidt-Rottluff-Stiftung im Zwei-Jahres-Rhythmus mit einem Stipendium von monatlich 1200 Euro aus dem Vermögen des expressionistischen Malers beim Start unter die Arme greift.

127 Künstler gefördert

127 Künstler hat sie mit der Studienstiftung des deutschen Volkes seit 1977 gefördert, darunter so bedeutende wie Isa Genzken, Katharina Sieverding, Stephan Balkenhol, Gregor Schneider, Thomas Demand, und Dirk & Maik Löbbert. Zehn Künstler der letzten beiden Jahrgänge, alle Mitte dreißig, zeigen nun in der Kunsthalle Düsseldorf verblüffende Arbeiten. Malerei spielt hier kaum mehr eine Rolle. Installationen dominieren. Witz und Tiefsinn sind ihre Pole. Und mitunter trifft beides zusammen.

Wie bei Jens Pecho. Oder bei Jenny Kropp vom Berliner Künstlerduo "Fort". Aus dessen "Outsider"-Serie stammen zwei schlichte, schmale Beton-Balkone mit den üblichen Requisiten prekärer Lebensverhältnisse, einer Satelliten-Schüssel und einem verrotteten, zusammengefalteten Sonnenschirm.

Los-Schnipsel und Plüschtier-Schweif

"Left to Lose" heißt Jenny Kropps geschlossener Verkaufsstand, aus dem noch ein Plüschtier-Schweif ragt, mit platten Reifen und verstreuten Los-Schnipseln - Sinnbild gescheiterter Hoffnungen.

Fröhlicher wirkt das Modell des Stuttgarters Pablo Wendel für die hauseigene Kunststrom-Versorgung der Kunsthalle durch ein gewundenes Dach-Sonnensegel. Gespenstisch dagegen muten die klauenförmigen Abgüsse grabender Hände aus Stahl und Glas an, die Pauline M’Barek durch das Video "Semiophoren" mit tastenden weißen Handschuhen ergänzt.

: "Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium - Die Ausstellung 2016", bis 11.9., Am Grabbeplatz, Di-So 11-18 Uhr, jeden letzten Donnerstag im Monat bis 20 Uhr.