NRW-Wettbewerb: Alte Bekannte treffen aufjunge Talente

Kurzfimtage Oberhausen

Mit dem NRW-Wettbewerb haben die Kurzfilmtage eine Plattform etabliert, die Filmemachern von Rhein und Ruhr ein Schaufenster bietet. Alte Bekannte treffen auf junge Talente, die oft von den Filmschulen kommen.

OBERHAUSEN

, 03.05.2015, 14:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
NRW-Wettbewerb: Alte Bekannte treffen aufjunge Talente

„Cachorro Loko“ von Igor S. Moromisato Kurzfilmtage

Der Mülheimer Rainer Komers ist Stammgast des Festivals Kurzfilmtage Oberhausen. Mit "Ruhrurbia" entwirft er eine Topo- und Typografie des Reviers. Es gibt sie noch, Stahlkocher, die lange das Gesicht der Region prägten.

Christo macht Kunst im Gasometer, im Centro regiert der Kommerz. In Duisburg saust die Abrissbirne nieder, Zollverein leuchtet, im Hightech-Labor wird geforscht, im Schrebergarten backen Türken Fladenbrot. Ein Heimatfilm über die vielen Gesichter des "Kohlenpotts" von heute.

Poetischer Zauber

Mit "Markasit" fängt Nico Joana Weber die unbekannte Seite der Bochumer Ruhr Uni ein. Versteckt im Betongrau gibt es Oasen, denen sie in ruhigen Einstellungen poetischen Zauber abgewinnt.

Zauber, Kitsch, camouflierte Schäbigkeit liegen eng beieinander in den Hochzeits-Kapellen, die Miriam Gossing und Lina Sieckmann für "Desert Miracles" erkundet haben. In den Interieurs der Kirchen von Las Vegas spiegelt sich das Gesicht einer Heirats-"Industrie", die mit Romantik ein Geschäft macht, hier aber banal und trostlos wirkt.

Dokumentarisch nähert sich auch Nina Poppes "Lucky Speed" dem Tagesgeschäft auf der Kölner Rennbahn. Pferde wollen versorgt sein, Jockeys trainieren für den großen Tag auf dem Geläuf.

Animationen

Mit Christine Gensheimers "Die Amsel" und Igor S. Moromisatos "Cachorro Loko" gab es gelungene Animationen im Wettbewerb, die ins Fantastische ausgreifen. Eine Traumstadt, eine "Imaginery City" legt Julia Weißenberg als Mandala aus Sand, die Kamera filmt die Fleißarbeit. Kontrastiert wird das Idyll mit dem Verkehrslärm einer realen Metropole. Schöner Traum und schnöde Wirklichkeit.