NRW-Wirte klagen: „Fühlen uns von der Politik im Stich gelassen“

Coronavirus

Nach den Corona-Vereinbarungen von Bund und Ländern könnte die Außengastronomie bald wieder öffnen. Doch die NRW-Wirte sind skeptisch. Sie hadern mit der Politik.

Neuss

09.03.2021, 22:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Viele Wirte in NRW hadern mit der Politik.

Viele Wirte in NRW hadern mit der Politik. © picture alliance/dpa

Viele Wirte in Nordrhein-Westfalen sind unsicher, ob sie ihre Terrassen und Biergärten öffnen werden, falls dies vom 22. März an möglich sein sollte. Laut einer Umfrage des Branchenverbands Dehoga wollen nur gut 15 Prozent der Befragten ihre Außengastronomie mit Sicherheit öffnen. Gut 34 Prozent werden nicht öffnen, 31,5 Prozent sind noch unsicher, wie Dehoga NRW am Dienstag mitteilte. Der Rest der Befragten verfüge über kein außengastronomisches Angebot.

Nach den Corona-Vereinbarungen von Bund und Ländern könnte die Außengastronomie frühestens am 22. März wieder öffnen - bei einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 mit einem tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest der Gäste sowie einer vorherigen Terminbuchung.

„Das wäre der Super-Gau“

„Die Unsicherheit ist mit Händen zu greifen, wie Außengastronomie im wechselhaften Übergang von Winter zu Frühling funktionieren soll“, sagte der Präsident des Dehoga NRW, Bernd Niemeier. Zudem bereite vielen Gastronomen die Wirtschaftlichkeit Kopfzerbrechen. Nur 3,3 Prozent hätten angegeben, dass mit der Außengastronomie allein ihr Betrieb wirtschaftlich geführt werden könne.

„Wir fühlen uns von der Politik im Stich gelassen, weil die Voraussetzungen für eine verlässliche Öffnungsperspektive immer noch fehlen“, kritisierte Niemeier. An einer Öffnung um jeden Preis hätten die Wirte kein Interesse. „Öffnen, um zeitnah zu schließen, wäre der Super-Gau für die Branche, aber es fühlt sich heute leider wie vor einem Jahr an, als die Pandemie gerade ausgebrochen war“, sagte der Dehoga-Landeschef.

dpa

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