Nur ein magerer "Auswärtspunkt"

VfL spielt 0:0 gegen Fortuna

Weil es für den VfL Bochum im eigenen Stadion in dieser Saison nicht besonders gut läuft, wollte Peter Neururer im Vorfeld ein paar neue Reizpunkte setzen und ein "Auswärtsspiel-Ambiente" schaffen, in dem sich seine Mannschaft scheinbar wohler fühlt. Zählbares Ergebnis war ein magerer Punkt.

BOCHUM

von Uli Kienel

, 23.02.2014, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nur ein magerer "Auswärtspunkt"

Richard Sukuta-Pasu (r.) im Duell mit Fortuna-Abwehrspieler Martin Latka, der auf Fortuna-Seite die beste Chance vergab.

Auch ohne den Griff in die Trickkiste hätte der VfL Bochum das Spiel gegen die Fortuna gewinnen müssen, denn die Düsseldorfer sind weit entfernt davon, bei ihren Gastspielen Angst und Schrecken zu verbreiten. Mit Wohlwollen durfte man ihnen in den 90 Minuten anderthalb Chancen zubilligen, während die Gastgeber schon in der 4. Minute durch Richard Sukuta-Pasu hätten in Führung gehen müssen. Der VfL-Stürmer entschied sich in guter Position jedoch für einen technisch schwierigen Lupfer, der zu kurz geriet und schließlichlich in den Armen von Fortuna-Keeper Fabian Giefer landete.Es fehlt die Leichtigkeit

"Wir haben einen hohen Aufwand betrieben und waren die deutlich aktivere Mannschaft", bilanzierte Sportvorstand Christian Hochstätter: "Aber man merkt auch, dass uns wegen der vielen Misserfolge im eigenen Stadion hier die Leichtigkeit fehlt." Unter dem Druck, im rewirpowerSTADION mal wieder ein vor allen Dingen siegreiches Spiel abliefern zu müssen, gelangen viele Aktionen nur unzureichend. Zu viele Fehlpässe lähmten immer wieder den Spielaufbau, den Angriffsspitzen Aydin und Sukuta-Pasu fehlte es an Durchsetzungsvermögen, was auf der anderen Seite auch für Düsseldorfs Charlison Benschop galt. Schon zur Pause sprach Düsseldorfs Manager Helmut Schulte von "schwerer Kost", und auch der zweite Durchgang ließ sich mit Blick auf beide Mannschaften nicht einfach verdauen.Luthe beschäftigungslos

"Fortuna hat nicht die Rolle gespielt, die wir vor der Begegnung von ihr erwartet hatten," meinte VfL-Kapitän Andreas Luthe, der weitgehend beschäftigungslos blieb. "Aus meiner Sicht war es heute einer der wichtigsten Spieltage, denn wir hätten uns deutlich nach oben absetzen können." Seine Mannschaft habe gegen Düsseldorf eine Leistung geboten, meinte Luthe, "die dieses Resultat nicht verdient hat."

Felix Bastians, einer der aktivsten Kicker auf dem Feld, übte leichte Kritik an der Offensive. "Wir brauchen den unbedingten Willen, um Tore zu machen. Die Spieler müssen geil darauf sein, Tore zu erzielen." Das wurde nicht immer sichtbar, in einigen Passagen wurde das Spiel auch einfach nur verwaltet. Die Bochumer, seit vier Heimspielen ohne Sieg, sind in der Tabelle auf Platz 15 abgerutscht und haben jetzt fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, den Dynamo Dresden belegt.Nächstes Spiel in Paderborn

"Was die Ordnung auf dem Platz angeht, hat die Mannschaft meine Vorgaben zu 100 Prozent umgesetzt", erklärte Peter Neururer, "aber wenn man so viel Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte hat, dann muss einfach mehr dabei herauskommen." Fast schon erleichtert blickt der VfL auf den nächsten Freitag, wenn er beim Tabellenfünften SC Paderborn antritt. "Auswärts tun wir uns nach wie vor leichter", so Neururer, der auch im eigenen Stadien an den Auswärtsspielritualen festhalten will. "Schließlich haben wir das Spiel ja nicht verloren."

 

 

Lesen Sie jetzt