Nur noch ein Bundesland über 50: Fast überall sinkt die Corona-Inzidenz

Coronavirus

Am Samstag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) eine Sieben-Tage-Inzidenz von 37,5. Doch obwohl die Zeichen auf Entspannung stehen, liegt die Inzidenz in mancher Kommune noch bei über 100.

von Jessica Orlowicz

, 29.05.2021, 16:21 Uhr / Lesedauer: 3 min
Eine Testkassette mit einem negativen Antigen-Schnelltest auf das Coronavirus liegt auf einem Tisch.

Eine Testkassette mit einem negativen Antigen-Schnelltest auf das Coronavirus liegt auf einem Tisch. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die zuletzt strengen Corona-Regeln, die voranschreitende Impfkampagne und die saisonalen Effekte zeigen im Kampf gegen die Pandemie Wirkung: Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen sinkt in Deutschland. Am Samstagmorgen haben die Gesundheitsämter im Land dem Robert Koch-Institut (RKI) 5426 neue Fälle gemeldet, die Sieben-Tage-Inzidenz gab die Behörde mit 37,5 an. Zum Vergleich: In der Vorwoche hatte der Wert bei 66,8 gelegen.

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Das liegt zwar auch daran, dass an Feiertagen wie Pfingstmontag weniger Menschen eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, wodurch weniger Proben genommen werden. Das Ziel, die Inzidenz bundesweit unter die kritische Marke von 35 zu drücken, rückt den Fallzahlen nach dennoch in greifbare Nähe – und einige Bundesländer haben es bereits erreicht.

Anderswo liegt der Wert noch über 50 – und in mancher Kommune liegt er noch weit über 100. Ein Überblick über die Lage in Deutschland.

In diesen Bundesländern liegt die Sieben-Tage-Inzidenz unter 35

Die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz hat Mecklenburg-Vorpommern: Nach RKI-Angaben liegt sie am Samstag bei 18, 288 Neuinfektionen mit dem Coronavirus wurden in der vergangenen Woche gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind in MV 43.808 Covid-19-Fälle verzeichnet worden.

Auf Platz zwei des Rankings ist Nachbarbundesland Schleswig-Holstein – mit einem Inzidenzwert von 19. Die Zahl der Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen liegt demnach bei 550. Bislang sind insgesamt 62.947 Bürgerinnen und Bürger des Bundeslands positiv auf das Coronavirus getestet worden.

In Brandenburg sind am Samstag binnen 24 Stunden 74 neue Corona-Infektionen registriert worden. Das teilte das Landesgesundheitsministerium mit. Am Freitag waren es 173, am Donnerstag 88 gemeldete Neuinfektionen gewesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank den Angaben zufolge auf 23,2. Auch das Robert Koch-Institut gibt für das Bundesland eine Sieben-Tage-Inzidenz von 23 an – ebenso wie für Hamburg: Die Hansestadt teilt sich den dritten Platz also mit Brandenburg.

Für Niedersachsen meldet das Robert Koch-Institut am Samstagmorgen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 25. Da das Bundesland nach Bayern aber das größte ist, ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen einer Woche mit 1979 Fällen verhältnismäßig hoch. Seit Pandemiebeginn wurden 257.661 bestätigte Covid-19-Fälle verzeichnet.

Auch im Nachbarbundesland Bremen liegt der Inzidenzwert mittlerweile unter 35: Nach RKI-Angaben meldet Bremen 31 neue Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner und Einwohnerinnen in den vergangenen sieben Tagen. Die Gesamtzahl der verzeichneten Fälle seit Ausbruch des Virus in Deutschland gibt die Behörde mit 27.028 an. Ebenfalls eine Inzidenz von 31 meldet das Robert Koch-Institut für Sachsen.

Auch Rheinland-Pfalz hat eine Sieben-Tage-Inzidenz unter 35. Dort beträgt der Wert am Samstag 33. Seit Pandemiebeginn haben sich 152.424 Menschen in dem Bundesland mit dem Coronavirus infiziert.

Am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz mit 51 in Thüringen

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gibt es am Samstagmorgen nur noch ein Bundesland mit einer Inzidenz über 50: Thüringen. Am Freitag lag der Wert noch bei 56. Die Zahl der neuen Corona-Fälle in den vergangenen sieben Tagen gab das RKI mit 1087 an.

Innerhalb Thüringens sind die Unterschiede teils beträchtlich: Während die Kreise Gera und Saale-Holzland Inzidenzen knapp unter 23 aufwiesen, ist der Kreis Hildburghausen mit einem Wert von knapp 103 der aktuell am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Landkreis Deutschlands. Sonneberg liegt mit einem Wert von 99 auf dem vierten Platz im Bundesvergleich. Bundesweiter Corona-Hotspot mit einem Wert von 118 ist der Kreis Memmingen (Bayern).

Von Freitag zu Samstag wurden in Thüringen 175 Neuinfektionen und zehn weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der gemeldeten Infektionen seit Pandemiebeginn erhöhte sich auf rund 127.300. Eine Infektion überstanden haben knapp 120.000 Menschen.

Dass es trotz der insgesamt positiven Entwicklung der Infektionslage in Deutschland zu regional teils großen Unterschieden kommt, zeigt ein Blick auf die Inzidenzwerte in den Landkreisen. Mit am stärksten gesunken ist der Wert in der rheinland-pfälzischen Stadt Landau in der Pfalz. Lag die Inzidenz vor einer Woche noch bei 68, meldet das RKI am Samstag einen Wert von 15. Auch in der Stadt Schwerin ist die Inzidenz im Tiefflug: Von 22 ist der Inzidenzwert innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 7 gesunken.

Doch es gibt auch noch immer Kreise mit steigender Infektionslage. So verdoppelte sich die Inzidenz im niedersächsischen Kreis Holzminden nahezu von 31 auf 60.

Mit Material von dpa

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