Nur wer fällt, lernt fliegen

Anna Gavalda

Die Mutter verließ ihre Tochter, da war sie noch kein Jahr alt, die alkoholsüchtige Stiefmutter mag sie nicht: Billie ist ein typisches Prekariats-Mädchen, wächst in einem Wohnwagen in einem französischen Kaff auf, wird verprügelt, ist ständig in Alarmbereitschaft.

von Von Britta Helmbold

, 28.07.2014, 10:25 Uhr / Lesedauer: 1 min

Doch dann erlebt dieser Teenager etwas Außergewöhnliches - mit einem anderen Außenseiter, dem homosexuellen Frank. Sie treffen sich in den Osterferien, um für die Schule ein Theaterstück einzustudieren - und werden Freunde für immer. Davon lässt Anna Gavalda Ich-Erzählerin Billie (wie der Roman recht treffend im französischen Original heißt) berichten. Auf einer Wanderung ist sie mit Frank abgestürzt und erzählt nun im Zeitraffer von den Wendepunkten in ihrem Leben.

Kitschig trotz aller Klischees (mit 15 schmeißt sie die Schule, schlägt sich mit Jobs durch und arbeitet als Prostituierte) wird es nicht. Dafür sorgt die schnodderige Sprache, in der Billie erzählt - und ein hübsch überraschendes Ende.

Anna Gavalda: Nur wer fällt, lernt fliegen, Hanser, 18,90 Euro, ISBN 978-3-446-245952.

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