OB Scholz bittet Symphonie-Spender um mehr Zeit

Brief verschickt

BOCHUM In immer weitere Ferne scheint das Bauprojekt einer Spielstätte für die Bochumer Symphoniker in Zeiten der kommunalen Finanzkrise zu rücken. Spender, die ihr Geld für die Stiftung Symphonie zurückgezogen haben oder dies vorhaben, gibt es zwar kaum. Trotzdem hat Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz jetzt ein Zeichen gesetzt und um mehr Zeit gebeten.

von Von Max Florian Kühlem

, 06.04.2010, 15:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Bochumer Symphonie existiert bislang nur auf einem Plakat - nun bat die Oberbürgermeisterin die Spender in einem Brief um Geduld.

Die Bochumer Symphonie existiert bislang nur auf einem Plakat - nun bat die Oberbürgermeisterin die Spender in einem Brief um Geduld.

Jeder einzelne Spender und Unterstützer der Stiftung Bochumer Symphonie erhielt in diesen Tagen einen persönlichen Brief der OB: "Ohne Zweifel befindet sich Bochum, ähnlich wie viele andere Städte unseres Landes, in einer äußerst angespannten Haushaltssituation", schreibt sie. "Dennoch gibt es in unserer Stadt die gute Tradition, auch und gerade in schwierigen Zeiten den Wert der Kultur zu schätzen."

Realisierbare Perspektiven Die von der Stiftung aufgebrachte Summe von 12,3 Millionen Euro zeige, dass sich die Bürgerinnen und Bürger für die Gestaltung und die Entwicklung ihrer Stadt einsetzen. Ihren Dank verband OB Scholz mit einer Bitte: "Geben Sie uns und der Stiftung Bochumer Symphonie noch ein wenig Zeit, um zu prüfen, welche Perspektiven realisierbar sind. Wie Sie wissen, wird derzeit insbesondere eine modulare Lösung geprüft, bei der das Bauvorhaben in verschiedene Abschnitte unterteilt werden könnte." Alles "in unseren Möglichkeiten stehende" werde man tun, um das für die Stadt so wichtige Projekt zu einem guten Ende zu bringen.

Freude über das deutliche Zeichen von Seiten der Stadt zeigte Symphoniker-Sprecherin Christiane Peters: "Bei der letzten Sitzung der Stiftung wurde deutlich, dass viele sehr traurig sind, dass nichts passiert", sagt sie. Trotzdem habe dort der unbedingte Wille vorgeherrscht, das Projekt zu Ende zu bringen. "Die Oberbürgermeisterin hat diesen Brief also sicher nicht so sehr geschrieben, weil es brennt, sondern um zu zeigen, dass wir an einem Strick ziehen", so Peters.