Obmann erhebt Vorwürfe gegen Jugendtrainer

Zeugenaussage im Missbrauchsprozess

Brisante Enthüllungen im Missbrauchs-Prozess: Gegen den angeklagten Bochumer Ex-Jugendtrainer (50) gab es offenbar seit Ende der 1980er Jahre durchweg Gerüchte um sexuellen Missbrauch und bedenkliche Nähe zu Jugendspielern – nichtsdestotrotz fand der umstrittene Fußballlehrer in Bochum einen Job nach dem anderen.

BOCHUM

von Von Werner von Braunschweig

, 28.09.2012, 18:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im Missbrauchsprozess gegen einen ehemaligen Fußballtrainer kam es zu brisanten Enthüllungen.

Im Missbrauchsprozess gegen einen ehemaligen Fußballtrainer kam es zu brisanten Enthüllungen.

Wegen rotzigen Auftretens („Der hatte ständig einen großen Mund“), vor allem aber wegen der anhaltenden Gerüchte um „seinen Trieb zu kleinen Jungs“ habe er den Angeklagten relativ schnell wieder aus dem Verein rausgeworfen. Der Trainer habe trotzdem pausenlos neue Jobs bekommen: Im Prozess zählte der Zeuge allein vier weitere Vereine in Bochum auf, in denen der 50-Jährige bis 2010 trainiert haben soll. Ein Verein soll den Trainer 2008 sogar zum zweiten Mal engagiert haben, obwohl der Mann angeblich genau hier vor Jahren in einen Missbrauchsfall verwickelt gewesen sein soll: „Der dortige Platzwart will gesehen haben, wie er sich einmal in der Kabine an einem Jungen vergangen hat.“

Auch rückblickend auf seinen Ex-Verein erinnerte sich der Jugendleiter an bedenkliche Szenen: „Er kam immer Hand in Hand mit drei Jungs zum Training. Die Kinder haben auch bei ihm übernachtet.“ Laut Anklage soll sich der Ex-Trainer 2010 in Serie an einem minderjährigen Spieler vergangen haben. Der Angeklagte, der seine Karriere beim VfL Bochum begonnen haben will, schweigt im Prozess. Ein Befangenheitsantrag gegen die Richter wurde zurückgewiesen.