Oboist Mayer spielte Bach als musikalischen Balsam

Essener Philharmonie

ESSEN Die Oboe in Bachschen Kantaten und Konzerten - das war das Generalthema von Albrecht Mayer am Montag in der gut gefüllten Essener Philharmonie.

von Von Klaus Stübler

, 22.12.2009, 16:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Oboist Albrecht Mayer in Dortmund.

Oboist Albrecht Mayer in Dortmund.

Der sympathische Solooboist der Berliner Philharmoniker und Echo-Klassik-Preisträger "sang" da schwebend leicht Choräle wie das bekannte "Jesu bleibet meine Freude", sanft gebettet auf einem von den Festival Strings Lucerne aus der Schweiz ausgebreiteten Streicherteppich. Für die Einen mochte das ein weichge-spülter Bach mit romantisch-breiten Schlüssen sein. Die Mehrzahl der Besucher aber goutierte es als Balsam für die weihnachtsgestresste Seele und verbreitete eine wohltuende Ruhe im Saal, die auch dem Solisten positiv auffiel. Bei seiner launigen Moderation konnte Mayer etwa mit dem bei Bach erforderlichen langen Atem kokettieren, stellte dieser doch für ihn keinerlei Problem dar. Und sein ganzes virtuoses Können ließ er im Finale von Bachs Oboenkonzert in A-Dur BWV 1055 aufblitzen. Wie reich und dabei geschmackvoll er Gesangslinien verzieren kann, verdeutlichte Albrecht Mayer in Georg Friedrich Händels Arie "Lascia ch'io pianga" aus der Oper "Rinaldo".

In den Bach-Stücken (und dem Händel) weitgehend auf die Rolle des einfühlsam zurücktretenden Begleiters reduziert, zeigten die rund zwanzig Musiker der Festival Strings Lucerne in zwei Streichersinfonien des jugendlichen Felix Mendelssohn Bartholdy, was in ihnen steckt. Vor allem die viersätzige Neunte mit dem "Schweizer Lied" offenbarte da ein durchsichtig-differenziertes Spiel mit schönen Steigerungen und Kontrasten. Und dann ließ es Albrecht Mayer mit "Stille Nacht, heilige Nacht" Weihnachten werden...

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