Öffentlich geförderter Wohnungsbau macht Fortschritte

Phoenix-See

Der Phoenix-See und der öffentlich geförderte Wohnungsbau - das war 2013/14 im Vorfeld der Kommunalwahl eine intensive Debatte in der Stadt. Vier Jahre später lässt sich beobachten, was aus den Forderungen von damals geworden ist. Und, warum nicht alle mit dem Ist-Zustand zufrieden sind.

HÖRDE

, 04.05.2017, 02:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der öffentlich geförderte Wohnkomplex an der Schüruferstraße.

Der öffentlich geförderte Wohnkomplex an der Schüruferstraße.

Aktuell gibt es 30 öffentlich geförderte Mietwohnungen und 14 Miet-Einfamilienhäuser im Umfeld des Sees. 30 weitere Wohnungen sind laut Pressestelle der Stadt Dortmund in Planung.

Das neueste Bauwerk steht an der Schüruferstraße 38, kurz vor der Fertigstellung. Das Unternehmen „Wilczek Immobilien“ aus Hamm vermietet hier 29 Wohnungen. 26 davon für Menschen über 60 Jahren mit niedrigem Einkommen und einem Wohnberechtigungsschein, die zusätzlich eine niederschwellige Betreuung und barrierefreie Wohnungen benötigen. Es handele sich hier um öffentlich geförderten Wohnungsbau im klassischen Sinne, sagt Edward Josef Jezyk, bei „Wilczek Immobilien“ für das Objekt zuständig. „Aber für eine bestimmte Zielgruppe.“

Ärger bei alter Hörderin

Ingeborg Rohkamm glaubte, durch einen Wohnberechtigungsschein zu dieser Zielgruppe zu gehören. Die gesetzlich auf 5,25 pro Quadratmeter begrenzte Miete für 52 Quadratmeter (kalt: 272,37 Euro) schien in die Planung der körperlich eingeschränkten Hörderin zu passen. Bis sie die Nebenkosten sah, mit denen die Gesamtmiete bei bis zu 477 Euro liegt. „Damit fällt man aber aus jeder Förderung heraus. Es hilft also nicht denen, die solche Wohnungen benötigen“, sagt Ingeborg Rohkamm. Sie nahm Abstand von dem Angebot. Nicht, ohne sich zu ärgern, „dass man als Hörder die ganzen Baustellen hinnimmt und dann nicht einmal ein bisschen etwas zurückbekommt.“

Edward Josef Jezyk sagt: „Wir gehen offen damit um, dass es hier eine Seniorenwohnanlage ist. Die Kosten sind durch das Wohnraumförderungsgesetz vorgeschrieben.“ Die Nebenkosten enthalten laut Jezyk Betriebskosten (85 Euro), Heizung (35 Euro), die Betreuung durch Mitarbeiter der Caritas mit Gemeinschaftsnachmittagen und kleinen Alltagshilfen (28,50 Euro), den Gemeinschaftsraum (27,48 Euro) und einen optionalen Stellplatz (30 Euro).

Alle Kosten seien mit dem Jobcenter sowie dem Sozialamt und dem Amt für Wohnungswesen abgestimmt. Was die Förderung dieses speziellen Wohnraums angeht, sagt Jezyk: „Das Jobcenter prüft jeden einzelnen Fall und stimmt im Zweifel nicht zu, wenn nicht die Notwendigkeit besteht, genau dieses Angebot zu nutzen.“ Das Unternehmen betont, das Projekt aus „sozialer Verantwortung heraus“ übernommen zu haben und hier die Vorgaben der Stadt Dortmund umzusetzen.

Reiner Stücker, Geschäftsführer des Mietervereines Dortmund und Umgebung, hält eine Einschränkung der Zielgruppe „an dieser Stelle für nicht gut“. Stücker sagt: „Die politische Diskussion ging damals in eine andere Richtung.“ Wünschenswert sei eine gemischte Siedlung mit flexiblen Angeboten.

Hoher Bedarf

Hördes Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris betont, dass es beim politischen Beschluss damals nur um den festgelegten Mietpreis gegangen sei, nicht um die Art der Nutzung. Er findet es richtig, „dass ein Angebot für Senioren an dieser Stelle entsteht.“ Jeder zweite Dortmunder, so der Mieterverein, hätte dem Einkommen nach Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein. Es gibt aber nur 25.000 öffentlich geförderte Wohnungen.

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