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Wie kommt der Kürbis vom Feld in den Kochtopf?

Besuch beim Bauern

OLFEN Ob als leckere Suppe, schauerhafter Halloween-Kopf oder zu Marmelade verkocht – der Kürbis gehört mittlerweile zum Herbst wie Speck zu dicken Bohnen. Doch wo reifen die orangefarbenen Pflanzen? Und wie finden sie den Weg in dieKochtöpfe? Wir haben den Bauern Michael Tenkhoff auf die Kürbisfelder begleitet.

von Von Sybille Warnking

, 22.10.2010
Wie kommt der Kürbis vom Feld in den Kochtopf?

Diese Exemplare eignen sich am besten zur Dekoration.

Mit ungefähr zehn Kürbispflanzen hat Michael Tenkhoff vor 15 Jahren begonnen. Heute züchtet er Kürbisse auf 15 000 Quadratmetern. 20 Sorten hat der Besitzer des Hofladens Tenkhoff im Angebot. Sorten mit exotischen Namen wie „Baby Boo“, „Dandy Mix“ oder „Flying Saucer“.

Aber natürlich auch den wohl beliebtesten Kürbis, den Hokkaido. „Als ich angefangen habe, waren Kürbisse noch Exoten“, sagt Michael Tenkhoff, „mittlerweile liegen sie im Trend.“ Auf weiten Feldern zwischen Olfen und Datteln liegen mittlerweile jedoch nur noch die Exemplare, die es nicht zu voller Reife und Pracht geschafft haben. „Die Saison ist vorbei“, sagt Michael Tenkhoff mit Blick auf die verdörrten Pflanzen auf dem matschigen Feldboden. Anfang Mai haben Tenkhoff und sein Team die Kürbis-Samen gepflanzt. Aus ihnen wurden Ranken, lange Ranken, die bis zu zehn Früchte trugen. Bis sie Anfang September geerntet werden konnten, mussten Tenkhoff und seine Mitarbeiter des Kürbis‘ größten Feind besiegen: das Unkraut. „Von alleine läuft nichts“, sagt Michael Tenkhoff. Zwei bis drei Mal in diesem Jahr sind er und seine Mitarbeiter mit Eggen und Handhacken zu Felde gezogen, denn Pflanzenschutzmittel wird bei Bauer Tenkhoff nicht benutzt.

Die Erntezeit begann im September. Eine mühsame, zeitintensive Arbeit. Fast jeder Kürbis wurde geprüft. „Sie müssen hohl klingen, fest sein und die richtige Farbe haben“, erklärt Michael Tenkhoff. Bis Ende November könnten die Früchte verzehrt werden. „Hokkaidos schmecken sogar auch noch im Januar.“ Michael Tenkhoffs größter Kürbis hat übrigens einen Durchmesser von fast einem Meter und wiegt 97 Kilogramm. Auch er hat den Weg vom Feld in den Hofladen hinter sich gebracht. Mit Wasser abgespritzt und herausgeputzt liegt er nun auf dem Platz vor dem Geschäft – zwischen mindestens 300 Artgenossen.  Nun hat der Kunde die Qual der Wahl. Anne Blau ist mit ihrem Mann gekommen. Sie hat Erfahrungen mit Kürbissen, nutzt sie zur Dekoration, kocht Suppe oder backt Brot. Sie wirft einen kritischen Blick auf die Hokkaidos. „Den da will ich“, sagt Anne Blau. Heute will sie etwas Neues in der Küche ausprobieren. Einen Kürbisauflauf. Mit Lauch, angeschmorten Zwiebeln, Sahne und Käse. Eine Freundin hat das Gericht schon einmal gekocht. Es soll köstlich gewesen sein.   

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