Opel-Gespräche sollen kommenden Dienstag fortgesetzt werden

Verzicht oder Schließung

Am Dienstag hatte Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky mit einer möglichen vorgezogenen Schließung der Opel-Werke um ein Jahr für Empörung gesorgt. Am kommenden Dienstag sollen nun die Verhandlungen über die Zukunft der Standorte fortgesetzt werden.

BOCHUM

von Von dpa / Thomas Aschwer

, 22.01.2013, 16:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Betriebsratschef Rainer Einenkel erklärte derBochumer Opel-Belegschaft, wie die Tarifverhandlungen am Morgen gelaufen sind. Grund zur Freude gab es für die Opelaner nicht.

Betriebsratschef Rainer Einenkel erklärte derBochumer Opel-Belegschaft, wie die Tarifverhandlungen am Morgen gelaufen sind. Grund zur Freude gab es für die Opelaner nicht.

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Infoveranstaltung vor der Mittagsschicht

„Wir sind noch da. Wir bleiben in Bochum. Wir kämpfen weiter.“ Mit diesen Worten machte Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel den Opelanern am Dienstag Mut. Mittags fand eine Infoveranstaltung an Tor 4 statt - kurz zuvor hatte Aufsichtsratsvorsitzender Steve Girsky mit der Einstellung der Produktion in Bochum bereits Ende 2014 gedroht.
22.01.2013
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Betriebsratschef Rainer Einenkel erklärte derBochumer Opel-Belegschaft, wie die Tarifverhandlungen am Morgen gelaufen sind. Grund zur Freude gab es für die Opelaner nicht.© Foto: Dominik Möller
Die Opelaner versammelten sich am Dienstag an Tor 4.© Foto: Dominik Möller
Betriebsratschef Rainer Einenkel erklärte derBochumer Opel-Belegschaft, wie die Tarifverhandlungen am Morgen gelaufen sind. Grund zur Freude gab es für die Opelaner nicht.© Foto: Dominik Möller
Betriebsratschef Rainer Einenkel erklärte derBochumer Opel-Belegschaft, wie die Tarifverhandlungen am Morgen gelaufen sind. Grund zur Freude gab es für die Opelaner nicht.© Foto: Dominik Möller
Die Opelaner protestieren gegen den erneuten Vorstoß von GM, der befürchten lässt, dass das Bochumer Werk deutlich früher geschlossen werden könnte.© Foto: Dominik Möller
Betriebsratschef Rainer Einenkel erklärte der Bochumer Opel-Belegschaft, wie die Tarifverhandlungen am Morgen gelaufen sind. Grund zur Freude gab es für die Opelaner nicht.© Foto: Dominik Möller
Betriebsratschef Rainer Einenkel erklärte derBochumer Opel-Belegschaft, wie die Tarifverhandlungen am Morgen gelaufen sind. Grund zur Freude gab es für die Opelaner nicht.© Foto: Dominik Möller
Betriebsratschef Rainer Einenkel erklärte der Bochumer Opel-Belegschaft, wie die Tarifverhandlungen am Morgen gelaufen sind. Grund zur Freude gab es für die Opelaner nicht.© Foto: Dominik Möller
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 Der Bochumer Werkssprecher Alexander Bazio warb mit Blick auf den schwierigen europäischen Automobilmarkt um Verständnis für das Vorgehen. „Wir haben einen Vertrag, der gilt.“ Er sichert dem Bochumer Werk die Produktion bis Ende 2014 zu. Keine Vereinbarungen gebe es jedoch für die Zeit bis Ende 2016.In den Verhandlungen geht es deshalb aus seiner Sicht nur um die Jahre 2015 und 2016. Keinesfalls jedoch um die Frage einer neuen Produktion für das Bochumer Werk. Das sieht Betriebsratschef Rainer Einenkel natürlich völlig anders. „Wir sind noch da. Wir bleiben in Bochum. Wir kämpfen weiter.“

 Unmissverständlich machte Einenkel auf der Mitarbeiterinformation deutlich, dass der Betriebsrat die Pläne von GM kategorisch ablehnt. Diese sehen nach Informationen des Betriebsrates vor: Den Verzicht auf die bereits ausgehandelte und derzeit gestundete Gehaltserhöhung. Den Verzicht auf künftige Gehaltserhöhungen und weitere Einschnitte beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Nur unter diesen Voraussetzungen sei das Unternehmen bereit, die Produktion in Bochum bis Ende 2016 fortzuführen. Für den Betriebsrat eine Zumutung. „Wir bezahlen doch nicht unsere eigene Beerdigung“, rief Einenkel unter den gellenden Pfiffen der Beschäftigten in das Mikro.

Der Betriebsrat geht deshalb in die Offensive. Er will dem Unternehmen nicht länger die Gehaltserhöhung von 4,3 Prozent stunden. „Wir wollen Weihnachtsgeld haben. Und auch Urlaubsgeld.“  Wie diese Forderungen durchgesetzt werden soll, ließ Einenkel am Dienstag erst einmal offen. Er machte jedoch deutlich, dass der Betriebsrat auf den Verhandlungsweg setzt. Die Beschäftigten sollen jedoch stets auf den neuesten Stand gebracht werden. Das müsse jedoch nicht unbedingt immer in den Pausen erfolgen.

 Die Mittagsschicht jedenfalls hat nach Informationen unserer Zeitung direkt nach der Infoveranstaltung die Arbeit wieder aufgenommen. Ob es etwaige Protestaktionen geben wird, ist noch nicht bekannt. Der Konzern jedenfalls hat mit seinem Vorgehen viel Vertrauen verspielt.

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Infoveranstaltung vor der Mittagsschicht

„Wir sind noch da. Wir bleiben in Bochum. Wir kämpfen weiter.“ Mit diesen Worten machte Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel den Opelanern am Dienstag Mut. Mittags fand eine Infoveranstaltung an Tor 4 statt - kurz zuvor hatte Aufsichtsratsvorsitzender Steve Girsky mit der Einstellung der Produktion in Bochum bereits Ende 2014 gedroht.
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Betriebsratschef Rainer Einenkel erklärte derBochumer Opel-Belegschaft, wie die Tarifverhandlungen am Morgen gelaufen sind. Grund zur Freude gab es für die Opelaner nicht.© Foto: Dominik Möller
Die Opelaner versammelten sich am Dienstag an Tor 4.© Foto: Dominik Möller
Betriebsratschef Rainer Einenkel erklärte derBochumer Opel-Belegschaft, wie die Tarifverhandlungen am Morgen gelaufen sind. Grund zur Freude gab es für die Opelaner nicht.© Foto: Dominik Möller
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Die Opelaner protestieren gegen den erneuten Vorstoß von GM, der befürchten lässt, dass das Bochumer Werk deutlich früher geschlossen werden könnte.© Foto: Dominik Möller
Betriebsratschef Rainer Einenkel erklärte der Bochumer Opel-Belegschaft, wie die Tarifverhandlungen am Morgen gelaufen sind. Grund zur Freude gab es für die Opelaner nicht.© Foto: Dominik Möller
Betriebsratschef Rainer Einenkel erklärte derBochumer Opel-Belegschaft, wie die Tarifverhandlungen am Morgen gelaufen sind. Grund zur Freude gab es für die Opelaner nicht.© Foto: Dominik Möller
Betriebsratschef Rainer Einenkel erklärte der Bochumer Opel-Belegschaft, wie die Tarifverhandlungen am Morgen gelaufen sind. Grund zur Freude gab es für die Opelaner nicht.© Foto: Dominik Möller
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Stadtdirektor Paul Aschenbrenner sagte: „Diese Mitarbeiterinformation ist eine deutliche Drohgebärde. Es ist auch für uns als Stadt eine bemerkenswerte Ausgangslage mit Blick auf das Projekt Bochum Perspektive 2022. Ich frage mich ernsthaft, was ich mit den Menschen noch reden soll.“

Opel habe bis heute nicht zugesagt, die freien Flächen auf dem Gelände von Werk II in die gemeinsame Gesellschaft mit der Stadt einzubringen. „Wir waren uns klar darüber, dass die Verhandlungen nicht leicht würden, aber so schwierige Partner gibt es selten – vorsichtig formuliert.“  Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz hielt sich mit der Kritik an Opel ebenfalls nicht zurück: „Es ist empörend, wie Opel mit den Beschäftigten vor Ort und in der Region umgeht. Die unverholen ausgesprochene Drohung, die Automobilproduktion in Bochum bereits Ende 2014 auslaufen zu lassen, konterkariert die Absicht gemeinsamer Verhandlungen über eine Zukunftsperspektive.“