Opel-Krise beschäftigt Landesparteirat den SPD

BOCHUM Opel beschäftigt die Gemüter. Nicht nur in Bochum. Auch überregional ist der Betrieb ein Thema und durfte beim Landesparteirat der SPD im Jahrhunderthaus an der Alleestraße nicht fehlen. "Im Zentrum stand die Opel-Krise und die Wirtschaftskrise im allgemeinen", erklärte Prof. Dr. Bernd Faulenbach, Vorsitzender des Landesparteirates, im anschließenden Pressegespräch

von von Sebastian Ritscher

, 08.03.2009, 14:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hannelore Kraft, Klaus Hemmerling, Prof. Dr. Bernd Faulenbach und Joachim Poß nach der Tagung.

Hannelore Kraft, Klaus Hemmerling, Prof. Dr. Bernd Faulenbach und Joachim Poß nach der Tagung.

Faulenbach zur Seite standen die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft, Joachim Poß, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und Opel- und GM-Betriebsratsmitglied Klaus Hemmerling. Letzterer, so Faulenbach, sorgte mit seinen Berichten dafür, dass die Dramatik bei Opel deutlich würde.

Volle Solidarität "Die Angst ist so groß, dass sogar Kinder das mitbekommen und die Frauen rufen uns an und erklären, dass die Mitarbeiter nicht mehr schlafen können", erklärte Hemmerling. Deswegen habe er den Sozialdemokraten viele Hintergrundinformationen gegeben - mit Erfolg. "Alle Parteifreunde haben uns die volle Solidarität für Opel ausgesprochen.

Ausgesprochen hat auch Hemmerling etwas. Nämlich eine Einladung an Hannelore Kraft, sich das Werk mal anzuschauen. "Damit ein Gespür dafür entsteht, wo der Schuh drückt." Schließlich sei Opel auf Hilfe angewiesen, auch von den Parteien. "Es sollte kein Zweifel daran bleiben, dass wir Opel helfen wollen", meinte Poß solidarisch. Keinen Zweifel ließ er auch daran, dass der deutsche und europäische Betriebsrat, aber auch die IG Metall professionell mit der Situation umgehen würden.

Lob für Belegschaft

Auch Kraft lobte die Opelaner: "Wir wissen, dass dieses Werk ein gutes ist und gute Autos baut." Und das ist für Faulenbach wichtig: "Die Automobilindustrie ist eine Schlüsselbranche." Umso schlimmer für Hemmerling, wenn er das Stichwort "Systemrelevanz" hört. "Sorry, aber das grenzt schon an Menschenverachtung", meint das Betriebsratsmitglied. "Die Leute waren entsetzt, als sie das gehört haben."