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Opel sagt Jubiläumsfeier am Samstag ab

Sicherheitsbedenken

Bis zu 20 000 Menschen hatten die Opelaner am Samstag auf ihrem Werksgelände in Laer erwartet. Seit Monaten laufen die Vorbereitungen. Pamela und Percival waren als musikalischer Top-Act verpflichtet. Am Mittwochabend sagte die Opel-Führung die Jubiläumsfeier ab.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 12.12.2012 / Lesedauer: 3 min
Opel sagt Jubiläumsfeier am Samstag ab

Opel hat die Jubiläumsfeier anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Bochumer Werks am Samstag abgesagt.

„Ich habe dafür absolut kein Verständnis. Das ist unverantwortlich“, schimpfte Opel-Betriebsrat Rainer Einenkel. Er selbst war dabei, als Opel die Entscheidung bei einem Krisengespräch am Nachmittag im Rathaus verkündete. „Es hätte andere Möglichkeiten gegeben“, so Einenkel. In der Absage zeige sich die „absolute Hilflosigkeit der Opel-Führung“, so Einenkel am Donnerstag. „Das ist armselig“, so der Betriebsratschef weiter.  

Die Jubiläumsparty zum 50-jährigen Bestehen des Bochumer Opel-Werks hatte eigentlich vor den Sommerferien stattfinden sollen, wurde dann aber auf Ende September verschoben und zuletzt sogar auf den 15. Dezember vertagt. Der Betriebsrat sagt, das Management wollte die Feier verhindern. Noch am Montag, als die Opel-Spitze das Aus für das Bochumer Werk verkündete, hatte Einenkel gesagt: „Jetzt erst recht! Wir feiern trotzdem.“Das Management setzte sich jedoch durch, sagte die Feier ab und verwies auf Sicherheitsbedenken. „Die Veranstaltung war als Familienfest beantragt und genehmigt“, so Werksleiter Manfred Gellrich in einer knappen Erklärung. „Angesichts der Diskussion um die Zukunft des Fahrzeugbaus ist zu erwarten, dass die Veranstaltung einen anderen Charakter bekommt.“

Es hatte Aufrufe und Ankündigungen zu Protesten gegeben. Teils waren sie sehr harsch formuliert. Es habe daher andere Sicherheitsanforderungen gegeben, so Stadtsprecher Thomas Sprenger. „Darauf haben wir hingewiesen.“ In dem Krisengespräch im Rathaus sollte nach Lösungen gesucht werden. Stattdessen gab es die Absage. Einenkel sieht die Werksleitung nur als ausführendes Organ des Managements in Rüsselsheim. „Die haben die Aufrufe als willkommenen Vorwand genommen“, so Einenkel. „Da haben sich zwei in die Hände gespielt.“ Und die Werksleitung dürfe nun den Schwarzen Peter auf sich nehmen. Besonders enttäuschen sei das für die vielen Gruppen im Opel-Werk, die sich intensiv auf das Fest vorbereitet haben, "und teilweise schon Sachen für ihre Stände gekauft haben", so Einenkel. Auch die Opel-Azubis wollten mit einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt beim Fest ihre Arbeiten aus der Lehrlingswerkstatt an den Mann bringen. 

Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz sei enttäuscht, teilt die Stadt mit. Sie selbst hatte ihr Kommen zugesagt, wollte Solidarität mit den vielen Opelanern zeigen. „Wir werden das nicht akzeptieren“, sagt Einenkel. Er kann zwar die Jubiläumsfeier nicht durchsetzen, „wir werden aber auf jeden Fall in naher Zukunft eine große Veranstaltung machen – mit allen Menschen, die sich daran beteiligen wollen und an der Seite der Opelaner stehen“. Die Werksleitung ist unterdessen damit beschäftigt, alle wieder auszuladen. „Es hatten sich alle im Werk darauf gefreut“, betont Sprecher Alexander Bazio. Viele Gruppen im Werk hätten sich intensiv in die Vorbereitungen eingebracht.