Oper "Salome" beeindruckte mit großer Intensität

Musiktheater im Revier

Es gibt Opern, die eine so große Bildkraft besitzen, dass sie der Darstellung auf einer Bühne nicht bedürfen - so eine Oper ist "Salome" von Richard Strauss. Die konzertante Aufführung am Sonntag im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen beweist dies in überwältigender Weise.

GELSENKIRCHEN

von Von Heinz-Albert Heindrichs

, 22.05.2012, 00:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Oper "Salome" beeindruckte mit großer Intensität

Das groß besetzte Orchester füllt die ganze Bühne, und so erlebt man das hun-dertminütige Stück als einen riesigen sinfonischen Satz: im Mittelpunkt steht und agiert Rasmus Baumann, der Dirigent. Am Ende entlädt sich die Spannung in einen Sturm der Begeisterung. Seit ihrer Uraufführung 1905 in Dresden zählt die "Salome" zum Repertoire aller großen Bühnen der Welt. Inspiriert wurde Richard Strauss durch eine Dichtung Oscar Wildes.Salomes Tanz wird zum dramaturgischen Mittelpunkt des Dramas. Als sie danach den Kopf des Jochanaan erhält und den Mund des Toten küsst, befiehlt der angewiderte Herodes seinen Soldaten, Salo-me zu töten. Von den Hauptsolisten verlangt die Musik eine unglaubliche Intensität; hier müssen sie die nicht erspielen, aber umso totaler ersingen - und dieses sinnliche wie existentielle Ereignis als Hörer mitzuvollziehen, ist sehr erregend und zu Herzen gehend.Vom Mädchen zur Frau Die dänische Sopranistin Maiken Bjerno als Salome, die eine Entwicklung vom Mädchen zur Frau, auch stimmlich, zu leisten hat Gudrun Pelker (Foto) als heimtückisch bösartige Mutter, der wendige Tenor William Saetre als unberechenbarer Herodes, der kraftvolle Bariton des Amerikaners Mark Morouse als Jochanaan: das sind große Charakter-Partien, die authentisch besetzt sind. Auch in den kleineren Rollen hört man die besten Stimmen des Ensembles (Almuth Herbst, Lars-Oliver Rühl, Joachim Gabriel Maaß, Dong-Won Seo): ein großer Opernabend.

Termine: 28. 5., 3./14. 6., 6.7., Karten: Tel. (02 09) 409 72 00.