Oper von Luigi Nono ist eine Tragödie des Hörens

Ruhrtriennale

Prometheus, der tragische Feuerbringer, ist schon so etwas wie ein Stammgast bei der Ruhrtriennale. 2012 inszenierte der samoanische Choreograph Lemi Ponifasio die altgriechisch gesungene Opernfassung von Carl Orff in der Duisburger Kraftzentrale. Nun erklingt an gleicher Stelle der "Prometeo" des 1990 verstorbenen italienischen Neutöners Luigi Nono.

DUISBURG

von Von Karsten Mark

, 09.09.2015, 15:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Oper von Luigi Nono ist eine Tragödie des Hörens

Düster ist die Aufführung von Luigi Nonos Oper "Prometeo" bei der Ruhrtriennale in Duisburg.

Beiden Aufführungen gemeinsam sind die Dauer von zweieinhalb Stunden, die Tatsache, dass der Text wenig zum Verständnis beiträgt und dass beide Werke zur Kategorie "Special Interest" zählen.

Hatte Ponifasio vor drei Jahren noch mit der Kraft der Bilder und der Bewegung punkten können, so fällt diese Option bei Nonos letztem großen Werk von 1984 flach. "Prometeo" ist eine "Tragödie des Hörens", die Ebene der theatralischen Darstellung existiert nicht.

Labyrinth aus Sitzbänken

Um den Zu-Schauern dennoch ein paar optische Reize zu bieten, gibt es ein wenig Brimborium vorweg: In kleinen Gruppen werden sie durch die abgedunkelte und mit zerstäubtem Wasser vernebelte Industriehalle geführt, bevor es in den Konzertsaal geht, der aus einer gewaltigen Gerüstkonstruktion in der Halle besteht.

Das Publikum sitzt in einer Art Labyrinth aus Sitzbänken, die wechselweise in alle vier Raumrichtungen weisen. Ein Chor und vier Orchester verteilen sich in unterschiedlichen Höhen über das gesamte Gerüstcarrée.

Faszination verpufft

Ingo Metzmacher und Assistentin Matilda Hofman dirigieren in verschiedene Richtungen. Mit Metzmacher, dem Ensemble Modern Orchestra, der Schola Heidelberg und dem Experimentalstudio des SWR, das die Live-Elektronik bedient, hat die Ruhrtriennale ein hochkarätiges Spezialisten-Team aufgeboten. Bloß trägt die Faszination nicht die 140 Minuten Aufführungsdauer.

Termine: 11./12./13. 9., Karten: Tel. (0221) 280210.

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