Opfer sprang aus dem zweiten Stock: Prozessauftakt

Landgericht Bochum

Es müssen dramatische Szenen gewesen sein: Vor knapp einem Jahr ist ein Mann aus Herne mitten in der Nacht in panischer Angst aus dem 2. Stock seiner Wohnung gesprungen. Er war über zwei Stunden misshandelt worden. Jetzt steht einer der mutmaßlichen Täter vor Gericht. Und die Anklage hat es in sich.

BOCHUM

16.11.2016, 11:06 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der bullige Angeklagte (über hundert Kilo) soll laut Staatsanwaltschaft immer wieder auf sein Opfer eingeschlagen und später auch noch mit einem Messer zugestochen haben. "Ich zerstückel dich und trage dich in Beuteln aus der Wohnung."

Das sollen die Worte gewesen sein, die er damals gerufen hat. Und warum das alles? Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 30-Jährige und seine Freunde sauer waren, weil das spätere Opfer nicht klauen gehen wollte. "Sie hielten ihn gefangen, um ihn zu Diebstahlstaten zu zwingen", heißt es in der Anklage.

Angeklagter schlug mehrfach zu

Zum Prozessauftakt am Mittwoch hat sich der Angeklagte allerdings auf einen Blackout berufen. "Wir haben getrunken und getrunken, ich kann mich an fast nichts mehr erinnern", sagte er den Richtern der 10. Strafkammer des Bochumer Landgerichts. Es sei zwar richtig, dass er damals zugeschlagen habe. Aber nur, weil es Streit um ein Auto gegeben habe.

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