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Ostfriesische Geisterjäger auf Gespenstersuche

Burgruine Hardensein

Es ist stockfinster rund um die Burgruine Hardenstein. Überall sind Kameras aufgebaut. Fünf engagierte Geisterjäger liegen auf der Lauer, um das Geheimnis der Burgruine zu lüften. Vielleicht sogar das Geheimnis des Zwergenkönigs Goldemar, der Sagen zufolge im 14. Jahrhundert auf der Burg gelebt haben soll.

HERBEDE

von Von Barbara Zabka

, 16.07.2011 / Lesedauer: 3 min
Ostfriesische Geisterjäger auf Gespenstersuche

Das Paranormale-Untersuchungsteam an der Burgruine Hardenstein.

Mit großem technischen Equipment ist das „Paranormale Untersuchungsteam“ (PUT) aus Ostfriesland angereist. Im Handgepäck hat die fünfköpfige Crew eine Super-High-Tech-Ausrüstung. 30.000 Euro hat sie gekostet. Dazu gehören diverse Infrarot-Kameras, eine Wärmebild-Kamera, ein separater Camcorder, digitale Aufzeichnungsgeräte für Sprachaufnahmen, ein Messgerät für elektromagnetische Felder sowie ein lasergesteuertes, digitales Thermometer.

„Wir sind bestens gerüstet“, so Initiator und Expeditionsleiter Peter Tiedeken (43). Noch vor Einbruch der Dunkelheit ist alles präpariert und verkabelt. Dann beginnt das große Warten. Mit von der Partie sind Torsten Kunsmann (36), Melanie (26) und André Ahrenholz (32) und Patrick Drost (18). Torsten Kunsmann kennt die Ruine von früher. „Ich habe hier oft mit den Kumpels gegrillt und gegrölt. Aber irgendwann ist mir immer ganz mulmig geworden. Ich fühlte mich einfach nicht wohl auf diesem Fleckchen Erde. Auch jetzt spüre ich schon wieder diese Beklemmung.“

„Es gibt Dinge, die kann man nicht erklären“, betont Peter Tiedeken im Gespräch. „Ich habe nie daran geglaubt, aber mittlerweile habe ich einen ungeheuren Respekt vor Spuk, Geistern und den Geschichten drumherum. Ich habe es am eigenen Leib erfahren.“ Angefangen hatte alles vor etwa einem Jahr. Sein Sohn Justin (6) bekam plötzlich Angst in seinem gemütlichen Kinderzimmer. „Kurz darauf spürte ich nachts immer ein Zerren am Arm, obwohl niemand neben mir lag. Dann fielen Bilder von der Wand und der Computer stellte sich aus. Da bin ich stutzig geworden.“

Peter Tiedeken stellte erste Nachforschungen an. Fand kalte Luftlöcher in seiner Wohnung. „Das deutet auf die Gegenwart eines Geistes hin. Ein Geist ist kalt, kälter als ein Lebewesen. Manchmal sieht man so eine Erscheinung auf der Wärmebild-Kamera. Irgendwie war es gruselig.“ Peter Tiedeken packte seine sieben Sachen und seinen Sohn und wechselte das Quartier. Aber die Idee des „Ghosthunters“ ließ ihn nicht mehr los. Wenn Tiedeken ins Plaudern kommt, fallen ihm viele Geschichten ein. Schließlich steht ja auch eine lange Nacht bevor. Plötzlich raschelt es im Unterholz. Eine Drossel sucht nach Würmern. Neugierige Spaziergänger bleiben stehen. Als sie vom Vorhaben der Geisterjäger erfahren, suchen sie schnell das Weite.

Als es auf die Geisterstunde zu geht, hören Patrick und André nach ihren Angaben Schritte, die zielstrebig auf sie zu kommen. Dann spürt Melanie eine Hand auf ihrer Schulter. „Das war ziemlich heftig, die Schulter hat mir noch am Morgen weh getan. Aber ich habe niemanden gesehen.“ Punkt Mitternacht beginnen die Displays der Kameras zu flimmern, sagen die Geisterjäger. Und zack, zack, zack schalten sie sich aus. Eine nach der anderen. Wie von Geisterhand gesteuert, sind sie ein paar Minuten später wieder aktiviert. „Das war ein wenig gruselig“, gesteht Peter Tiedeken. Eine Leuchtrakete gegen zwei Uhr nachts ist das nächste Highlight der sommerlichen Nacht mit 18 Grad. „Ein wenig stutzig gemacht hat mich, dass die Temperatur oben am Mauerwerk des Kamins bei minus drei Grad lag. So sagte es der Laser meines digitalen Thermometers.“

Geschlafen hat keiner in dieser Nacht. Erklären kann Tiedeken die Phänomene nicht. Und auf allen technischen Aufzeichnungen war nichts zu entdecken. Trotzdem will PUT irgendwann wieder kommen. Zur Burgruine Hardenstein. In einer Vollmond-Nacht.