Osthaus-Museum in Hagen zeigt skurrile Objekte

China 8

Das Riesen-Ausstellungsprojekt „China 8“ ist eine fantastische, lohnende Entdeckungsreise auf einen neuen Kunst-Kontinent. Zu den neun Museen, die daran beteiligt sind, gehört das Osthaus-Museum in Hagen. Und die Kunst dort lässt auch schmunzeln und verbindet sehr geschickt Tradition mit der Moderne.

HAGEN

, 13.05.2015, 14:42 Uhr / Lesedauer: 1 min

Alle drei Etagen des Altbaus bespielt das Museum mit  „China 8“. Das ist zugleich eine Hommage an Karl Osthaus, der viel Kunst aus dem Nahen und Fernen Osten gesammelt hat. Heiter und filigran ist der Raum, in dem Kum Chi Keung Vogelkäfige von der Decke schweben lässt.

Gefüllt sind sie mit Plastikspielzeug oder Figürchen, die an Astronauten erinnern. Den Klang in dem Raum liefern sieben tanzende Geigen, die Fung Jasper an Drähten aufgehängt hat und die klingen, wenn sie sich gegenseitig berühren.

Porzellan und Gold

In einem kleinen Raum hat Don Yuan ein „Großmutter-Haus“ an der Wand installiert, prallvoll, bunt und überraschend – wie auch Yuan Yuans Wandinstallation mit Porträts von Menschen in Plexiglaskugeln oder die goldene Knochen-Wandinstallation im Treppenhaus, das ins Untergeschoss führt.

Dort stehen Prozellanarbeiten, in denen die chinesischen Künstler traditionelle chinesische Kunst modern übersetzt haben. Auch ein Auto und ein Radio aus Porzellan sieht man zwischen Vasen und Schalen. Ein Wandobjekt aus Tellern präsentiert Liu Jianhua im ebenfalls gut mit chinesischer Kunst gefüllten Obergeschoss.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

China 8

08.05.2015
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Das NRW-Forum Düsseldorf präsentiert in seinen weitläufigen Ausstellungsräumen einen Überblick der Ausstellung CHINA 8, die auf acht Städte an Rhein und Ruhr verteilt ist. Zu sehen sind in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt einzelne Werke von rund 35 der insgesamt 120 an diesem städteübergreifenden Ausstellungsprojekt beteiligten chinesischen Künstler. Im Bild: "Tempel" von Wang Qingsong© Wang Qingsong
Das Kunstmuseum Gelsenkirchen gibt in der Alten Villa mit zwölf Positionen einen Einblick in die multimediale Auseinandersetzung chinesischer Künstlerinnen und Künstler mit der traditionellen Tuschemalerei und Kalligrafie. Diese Küste gehören mit ihrer über 2000 Jahre alten Tradition zu den ältesten Kunstformen der Welt. Seit 15 Jahren ist in China eine Rückbesinnung auf die Kunst zu erkennen. Im Bild: "The Night of Time Vivarium" von Sun Xun.© Sun Xun
Dieses Foto von Alfred Ko ist im Essener Museum Folkwang ausgestellt. Es zeigt eine Straßenszene in Hong Kong und zeichnet ein freundliches Bild der Stadt. © Foto: Alfred Ko
Die im Museum Küppersmühle ausgestellten chinesischen Maler wurden Ende der 1950er und 1960er Jahre geboren. Zhang Xiaogang etwa verleiht seinen Werken ihren spezifischen Charakter, indem er expressionistische und surrealistische Elemente kombiniert und in eine neue Bildsprache überführt. Zeng Fanzhi dagegen hat einen Stil entwickelt, den man als symbolischen Expressionismus bezeichnen könnte. In seinen Landschaftsbildern spielt er auf die traditionelle Malerei an, die er gleichermaßen malerisch wie inhaltlich ins Verworren-Mehrdeutige transferiert. Im Bild: "Hare'" von Zeng Fanzhi.© Zeng Fanzhi
Das Mülheimer Kunstmuseum zeigt Werke mit experimentellem und interaktivem Charakter – Modelle der Irritation. Sie zeigt, wie sehr sich die Künstler von heute von nationalen Dogmen gelöst haben. In Zhou Xiaohus 16 Meter langer Tunnel-Inszenierung, werden Besucher in die Illusion versetzt, mit den „Mächtigen“ der Welt direkt in Dialog treten zu können. Im Bild: Eine Video-Projektion von Zhou Xiaohu© Zhou Xiaohu
Videos und Sounds stehen im Marl im Fokus. Die Themen der Videos beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Phänomenen, wie die sich rasant ändernden Lebensbedingungen. Viele Werke lesen sich als eine kritische Begleitung des zeitgenössischen Alltags. Yang Zhenzhong widmet sich mit seiner Videoarbeit „Exam“ dem Gedanken des Funktionierens ohne zu begreifen. Im Bild: Eine Sound-Installation von Zhang Ding© Zhang Ding
Die Kunsthalle Recklinghausen zeigt mit dreizehn jungen und etablierten Positionen ein Panorama der Malerei Chinas. Dessen moderne Malerei weist eine relativ kurze, aber turbulente Geschichte auf. Das Bizarre und Groteske waren willkommene Möglichkeiten, eigene Akzente zu setzen und Aufmerksamkeit zu erregen, um mit westlichen Einflüssen zu brechen. Im Bild: "Trivialism" von Yue Minjun.© Yue Minjun
Das Lehmbruck Museum präsentierten unterdessen Skulpturen, die Geschichten aus der chinesischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erzählen. Dabei interessieren sich die chinesischen Bildhauer vielfach für die soziale Funktion menschlichen Handelns. Basierend auf den traditionellen plastischen Materialien entstehen vielfältige Ausdrucksformen und neue Figurationen, die eine soziale Kritik in sich tragen. Die Künstler reizen hierbei das Material bis an seine Grenzen aus, überwinden konventionelle Formen und schaffen neue Zusammenhänge. Fang Lijun beispielsweise zeigt erstmals außerhalb Chinas seine Porzellanskulpturen, die einen ironischen Bezug zu den „Mao-Bibeln“ herstellen. Im Bild: "Bang!" von Xiang Jing© Xiang Jing
Das Osthaus Museum zeigt Installationen, die provozieren und neue Zusammenhänge generieren. Yin Xiuzhen etwa macht aus Altkleidung Rauminstallationen. Das Bild zeigt Lin Tiamiaos "Statue"

Arbeiten von 17 chinesischen Künstlern zeigt das Osthaus-Museum in der sehenswerten Schau. Gut verbinden kann man den Besuch dieser Ausstellung mit der großen Hundertwasser-Schau im Osthaus-Museum, bei der am Freitagvormittag der 55 000. Besucher begrüßt wird und die am 25. Mai endet.

Hagen: „China 8“ – Installationen und Objekte, 15. 5. (offizielle Eröffnung am 16. 5., 16 Uhr) bis 13. 9., Museumsplatz 1, Di-So und Pfingstmontag 11-18 Uhr.

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