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Outokumpu-Mitarbeiter demonstrieren gegen Schließung

Proteste

Nach der angekündigten vorzeitigen Schließung des Bochumer Outokumpu-Werks hat der NRW-Landtag die Einhaltung des geltenden Tarifvertrags angemahnt. Gleichzeitig hatten rund 50 Beschäftigte des finnischen Edelstahl-Konzerns vor dem Landtag gegen die angedrohte Schließung protestiert.

BOCHUM/DÜSSELDORF

von Von Dominik Möller

, 16.10.2013
Outokumpu-Mitarbeiter demonstrieren gegen Schließung

50 Beschäftigte von Outokumpu demonstrierten vor dem Düsseldorfer Landtag gegen die geplante Werksschließung in Bochum.

Eine kleine Delegation verblieb nach dem Protest im Landtag und verfolgte die Diskussion während der Plenarsitzung. Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) betonte am Mittwoch, Tarifverträge dürften auch in schwächeren Phasen niemals einseitig gekündigt werden. Die Politik müsse diesen Vorgang daher „skandalisieren“. NRW sei auf Stahl angewiesen. Dem Bochumer Werk komme enorme Bedeutung zu.

Das Unternehmen hatte angekündigt, das Stahlwerk mit 450 Beschäftigten im kommenden Jahr vorzeitig schließen zu wollen. Sollte das Unternehmen eine Schließung tatsächlich schon 2014 verwirklichen, geht auch die Gewerkschaft IG Metall von einem klaren Bruch des im Jahr 2012 abgeschlossenen Tarifvertrags aus. Bislang hatte Outokumpu einen Weiterbetrieb bis mindestens Ende 2016 zugesagt. Laut IG Metall sei es nach wie vor schwierig, Outokumpu bereits jetzt Vertragsbruch vorzuwerfen.

Denn ein endgültiger Schließungsbeschluss sei ebenso wenig offiziell verkündet worden wie betriebsbedingte Kündigungen. Juristisch sei die Situation verzwickt, sagte ein IG-Metall-Sprecher im Gespräch mit unserer Zeitung. Es sei schwierig, einen „Pudding an die Wand zu nageln“. SPD und Grüne forderten unterdessen, dass Sanktionsmöglichkeiten gegen Unternehmen geschaffen werden, wenn diese Tarifbruch begehen.