Pächter hat die Nutzungsverträge nicht verlängert

Pils-Börse/Annenstraße

Die Pils-Börse an der Annenstraße ist geschlossen. Seit Anfang des Jahres sind die Rollladen heruntergelassen, die Schilder außen an der Traditionskneipe sind abmontiert. Zum Dienstag, 31. Dezember, ist der Pachtvertrag ausgelaufen, die Brauerei war an einer Verlängerung nicht mehr interessiert.

ANNEN

, 10.01.2014, 16:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Pächter hat die Nutzungsverträge nicht verlängert

Schilder und Lampen abmontiert, die Rollladen verwehren den Blick ins Innere: Die Pils-Börse an der Annenstraße ist geschlossen.

Auch Claus Altendorf, Geschäftsführer der Dortmunder Geschäftsstelle des Hotel- und Gaststättenverbandes, will nicht das totale Rauchverbot für das fortschreitende Kneipensterben der Region verantwortlich machen: „Das war allenfalls der letzte Tropfen, der in vielen Fällen das Fass zum Überlaufen gebracht hat.“ Zwar seien die Umsätze der typischen Kneipen um 20 bis 40 Prozent zurück gegangen, doch dafür möchte Altendorf nicht allein das Rauchverbot verantwortlich machen. Aus seiner Sicht ist dies lediglich Teil einer Entwicklung, die seit Jahren zulasten der Kneipen geht: „Das Verbraucherverhalten hat sich einfach geändert.

Das Bier in der Kneipe ist nicht mehr in dem Umfang Grundnahrungsmittel, wie es einst im Ruhrgebiet war.“ Seit Jahren kämpfen die Betriebe, die Gewinne liegen, so Altendorf, vielerorts bei nicht einmal 8,50 Euro pro Stunde. „Da ist überleben schwer“, sagt er. Rettungsmöglichkeiten für Kneipen wie die Pils-Börse sieht Claus Altendorf keine: „Es ist vorbei. Die traditionelle Kneipe ist rettungslos verloren.“ Selbst Ausnahmeregelungen für Eckkneipen was den Nichtraucherschutz angeht würden daran nichts mehr ändern. Für die Pils-Börse-Immobilie hat Heribert Nünning noch keine Pläne. Und er hat auch keine Eile: „Die Pacht war relativ niedrig, davon haben wir nicht gelebt.“