Paul Koek inszeniert „Drei Schwestern“

Schauspielhaus Bochum

Mit dem Spielzeiteröffnungsfest startet am Samstag um 16 Uhr feierlich Anselm Webers zweites Intendanzjahr am Schauspielhaus. Paul Koeks Inszenierung "Drei Schwestern" bildet dann im Oktober den Spielzeitauftakt. Und macht aus Schauspielern Instrumente.

BOCHUM

von Von Ronny von Wangenheim

, 23.09.2011, 16:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Paul Koek inszeniert "Drei Schwestern" von Tschechow im Schauspielhaus.

Paul Koek inszeniert "Drei Schwestern" von Tschechow im Schauspielhaus.

Paul Koek
Paul Koek zählt zu den wichtigsten Theatermachern in den Niederlanden. Lange Jahre arbeitete er mit Johan Simons. Ihre gemeinsame Inszenierung von „Kasimir und Karoline“ wurde 2010 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. 2005 gründete er sein eigenes Musiktheaterensemble, die Veenfabriek in Leiden.
 

Koek ist ausgebildeter Schlagzeuger, hat schon während seiner Ausbildung nebeneinander Musik und Theater gemacht. Und irgendwann beschlossen, dass auch beides zusammen gehen müsse. Seitdem lauscht er bei seinen Schauspielern auf den Rhythmus, den Klang ihrer Sprache. „Wie der Sound einer Klarinette“, beobachtet er, wie Chefdramaturg Thomas Laue spricht, ordnet einem anderen Gesprächspartner einen Bass zu. Seine Schauspieler bringt er dazu, auf ihre Stimme zu hören, genauso wie auf die der anderen. Sein Ensemble versteht er als ein Orchester.„Paul Koek denkt Literatur musikalisch“, beschreibt es Thomas Laue und nennt ihn einen Glücksfall für ein Theater, so anstrengend die Arbeit auch für die Schauspieler sei: „Weil er ein Ensemble bildet.“ Zu den drei Schwestern, gespielt von Bettina Engelhardt, Anna Grisebach und Kristina-Maria Peters, setzt der Regisseur drei weitere „Schwestern“ auf die Bühne. Jose Bode (Blockflöte), Teodora Stepanic (Piano), und Annie Tangberg (Cello), liefern keine Hintergrundmusik, sind vielmehr gleichberechtigte Partnerinnen.

Ungewöhnlich wird auch das Bühnenbild. Theun Mosk hat fünf Räume übereinander gesetzt, die scheinbar endlos vom Keller des Theaters bis in den Schnürboden reichen. Alle 14 Schauspieler stehen ständig in diesen „Zimmern“, sehen sich aber meist nicht. „Jede Bewegung, jedes Wort ist wichtig“, sagt Paul Koek. Wichtig ist auch Paul Koek für das Schauspielhaus. Nicht von ungefähr sorgt er am 6. Oktober erneut für den Spielzeitauftakt. Wenn jemand den Begriff Boropa verkörpere, dann der niederländische Künstler, sagt Thomas Laue: „Er bildet ein Herzstück unserer Arbeit.“

Paul Koek
Paul Koek zählt zu den wichtigsten Theatermachern in den Niederlanden. Lange Jahre arbeitete er mit Johan Simons. Ihre gemeinsame Inszenierung von „Kasimir und Karoline“ wurde 2010 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. 2005 gründete er sein eigenes Musiktheaterensemble, die Veenfabriek in Leiden.