Perfekte Harmonie in c-Moll

Konzerthaus Dortmund

Die „Cappella Andrea Barca“ trägt den Namen ihres berühmten Gründers: András Schiff. Am Sonntag spielte sie im Konzerthaus Dortmund mit einem Talent aus der Region.

Dortmund

, 21.01.2018 / Lesedauer: 2 min
Perfekte Harmonie in c-Moll

András Schiff spielte Bach und Mozart. Foto: © Priska Ketterer

Wenn ein Pianist möchte, dass ihn ein Orchester ganz nach seinen Vorstellungen begleitet, gründet er am besten selbst ein Ensemble. András Schiff hat das 1999 getan und die „Cappella Andrea Barca“ nach der italienischen Übersetzung seines Namens benannt. Am Sonntag führte der 64-jährige Pianist ungarischer Herkunft sein Orchester zum ersten Mal ins Konzerthaus Dortmund.

In einem Bach-Mozart-Programm, überwiegend in c-Moll, zeigten rund 40 Musiker, wie perfekt sie zusammenspielen – untereinander und mit Schiff am Klavier. Da hörte man, dass der Pianist dieses Kammerorchester handverlesen aus passionierten Kammermusikern zusammengestellt hat – und die Spielfreude war wohl auch ein Auswahlkriterium.

Konzerte für zwei Klaviere

Zwei Konzerte für zwei Klaviere von Bach waren der Rahmen des ersten Teils. Als Klavier-Partnerin hat Schiff die 28-jährige Schaghajegh Nosrati ausgewählt – ein Talent aus der Region. Die Tochter iranischer Eltern ist in Bochum aufgewachsen und hat vor zehn Jahren in Dortmund den Westfälischen van-Bremen-Klavierwettbewerb gewonnen. Wunderbar harmonierten die Pianisten, setzten mit ähnlich weichem Anschlag Akzente und brachten in den Finalsätzen die Barockmusik zum Swingen. Bach hat die Konzerte für zwei Violinen bzw. Geige und Oboe geschrieben. Auf zwei Flügeln gespielt klangen sie weniger kernig als auf zwei Cembali – erst recht auf den beiden Bösendorfer-Flügeln, mit denen Schiff reist.

Viel Kammermusikerfahrung

In Mozarts Bläserserenade hörte man, dass auch die acht Holzbläser der Cappella viel Kammermusikerfahrung haben. Und die beiden Ricercare von Bach nach der Pause waren in der Gegenüberstellung als Klavierstück (wunderbar ausgesungen von Schiff) und der kammermusikalisch sorgsamst ausgearbeiteten Streicherfassung ein Ereignis. Nahtlos fügte Schiff Mozarts c-Moll-Klavierkonzert an. Das klang theatralischer und hatte fast Beethovensche Kraft.